„Die Liebe zum Spiel ist immer da“

von Redaktion

Aufhören oder weitermachen? Basketball-Legende LeBron James lässt nach Playoff-Aus alles offen

War‘s da? LeBron James geht vom Feld. © Torres/EPA

0:4 gegen Oklahoma: Lakers sind raus. © Berezovsky/AFP

Mit 41 Jahren gab James noch einmal alles. Mit angeschlagenem Knöchel spielte er weiter, konnte das Aus seiner Los Angeles Lakers aber nicht verhindern. © Torres/EPA

Los Angeles – Es war klar, dass die Frage kommen musste, und es war auch klar, wie die Antwort aussehen würde. „Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Auch ich nicht“, sagte LeBron James nach dem frühen Playoff-Aus mit den Los Angeles Lakers philosophisch und ließ wieder Raum für Rätselraten. Auch nach seiner 23. Saison ist offen, ob es für den Basketballstar in der NBA weitergeht – so läuft das nun schon seit Jahren.

Kein Wunder, mit 41 ist James nicht erst jetzt in einem stattlichen Alter für einen Profi. Doch er hat eben noch immer die Klasse, mithalten, mitunter sogar dominieren zu können. Aufhören? Bleiben? Wechseln? Alles scheint möglich.

Die Niederlage (110:115) gegen Meister Oklahoma City Thunder im vierten Viertelfinale, die den „Sweep“ (0:4) in der Serie bedeutete, sei einfach noch „zu frisch“ für ein Ja oder Nein, betonte James. Und es gebe ja auch keine Dringlichkeit: „So, wie die Dinge stehen, habe ich viel Zeit, um mich zurückzulehnen.“

Seit acht Jahren spielt James für die Lakers, wurde 2020 in Gold und Lila Champion, seither ging es nicht mehr ins Finale. Sein Vertrag läuft aus, viele Teamkollegen sind nur bis Saisonende an den Kultclub gebunden, ein Umbruch ist wahrscheinlich. Bleibt die Frage, ob der mit oder ohne James vonstatten gehen soll. Sein legitimer Nachfolger ist mit Luka Doncic gefunden. Und natürlich muss James wissen, was er denn selbst machen will.

Die Familie sei „immer ein großer Faktor“, so James im Gespräch mit Reportern, er werde jetzt „nach Hause gehen“ und sich austauschen. „Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werdet ihr natürlich erfahren, wofür ich mich entschieden habe.“ Und überhaupt habe er das Thema gar nicht so groß machen wollen. „Ihr habt mich gefragt, ich habe Fragen beantwortet. Aber ich glaube nicht, dass ich mich hingestellt und gesagt habe: ,Oh, der Ruhestand steht vor der Tür.‘“

Das drohende Aus vor Augen, war James bereit zu leiden. Kurz vor der Pause knickte er mit dem rechten Fuß um, machte aber weiter. Am Ende stand mit 24 Punkten und zwölf Rebounds ein Double-Double. „Ich habe alles auf dem Feld gelassen. Ich habe kontrolliert, was ich kontrollieren konnte“, sagte James. „Es war cool, immer noch einen Beitrag leisten zu können.“

Anschließend gab es Lobeshymnen für den viermaligen Champion. „Es ist unglaublich, was er in seinem Alter leisten kann“, sagte etwa OKC-Topscorer Shai Gilgeous-Alexander (35 Punkte): „Ich weiß nicht, ob wir eine solche Größe über einen solchen Zeitraum nochmal sehen werden.“ Und dessen Trainer Mark Daigneault meinte: „Was er in dieser Phase seiner Karriere zeigt, ist bemerkenswert. Das Level ist unglaublich. Ich habe tiefsten Respekt vor ihm.“

Und deshalb könnte James weitermachen, aber nach 23 NBA-Jahren eben auch aufhören: „Ich muss in dieser Liga nichts mehr beweisen. Ich habe alles erreicht, ich habe alles gesehen.“ Es gehe vielmehr um die Frage, ob er sich „weiterhin voll und ganz dem Prozess hingeben kann, fünfeinhalb Stunden vor einem Spiel in der Arena zu sein“.

Eines sei sicher: „Die Liebe zum Spiel ist immer da. Die geht nicht weg.“ SID

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