München – Sieben Gegner hat man bei der Eishockey-WM in der Vorrunde, in der Gruppe wird „Jeder gegen jeden“ gespielt. In welcher Reihenfolge die Partien stattfinden, das ist den Mannschaften nicht egal. Die Architektur des Spielplans kann das Ergebnis beeinflussen. Gute Erfahrungen hat Deutschland gemacht, wenn es zunächst auf die Brocken traf (Silber 2023), zuletzt schlechte (Platz fünf in der Gruppe), als nach leichtem Auftakt mit drei Siegen (Ungarn, Kasachstan, Norwegen) nur noch verloren wurde (Schweiz, USA, Tschechien, Gastgeber Dänemark). 2026 ist der Ablauf etwas besser gemischt. Spiel zwei gegen Lettland könnte zum Schlüsselmatch um einen Platz im Viertelfinale werden. Eine Einschätzung der Gegner in Zürich:
Finnland: „Sehr strukturiert, sie spielen fast robotermäßig“, meint Deutschlands Kapitän Moritz Seider, „wir dürfen nicht die Fassung verlieren, wenn wir in Rückstand geraten.“ Finnischer Star: Aleksander Barkov von den Florida Panthers.
Lettland: Bei Olympia unterlag das DEB-Team den Letten, die für die WM aber eine drastische Verjüngung eingeleitet haben. Abwehrmann Alberts Smits (18, zuletzt München) steht auch für die Hinwendung zu einer körperbetonten Spielweise.
Schweiz: Eingespielt, fast alle NHL-Stars an Bord, das Heimteam der WM, ein Anwärter auf Gold – doch über allem steht die Frage: Wirkt die Entlassung von Erfolgstrainer Patrick Fischer (hatte, wie kürzlich herauskam, 2022 eine gefälschte Corona-Impfbescheinigung gekauft) nach? Sein Assistent Jan Cadieux gilt ebenfalls als guter Coach.
USA: Nicht so gut besetzt wie das Weltmeister-Team von 2025, doch fast alle Spieler haben das Nachwuchsprogramm ihres Verbandes durchlaufen, das die USA zur derzeit führenden Eishockeynation machte.
Ungarn: Voriges Jahr gewann Deutschland 6:1. Erstmals konnte sich Ungarn aber in der WM-Top-Division halten. Fehervar, der beste Club des Landes, spielt in der multinationalen ICE Hockey League (Österreich, Italien, Slowenien) mit, erreichte das Halbfinale.
Großbritannien: Liam Kirk von den Eisbären Berlin, einer der besten Stürmer der DEL, ist Brite – also Vorsicht. Der Großteil des Teams wird aus der britischen Liga rekrutiert, die international keinen hohen Status genießt.
Österreich: 2025 stand man im WM-Viertelfinale – ein historischer Erfolg. Die NHL-Spieler Marco Rossi und Marco Kasper mussten diesmal allerdings absagen. In der WM-Vorbereitung gelangen Deutschland zwei solide Siege gegen den Nachbarn (4:3 und 5:2).GÜNTER KLEIN