TENNIS

Streit ums Geld

von Redaktion

Sabalenka, Sinner und Co. fühlen sich unfair behandelt – Boykott bei French Open?

„Geht um Respekt“: Jannik Sinner. © Ferrari/EPA

Klare Meinung: Aryna Sabalenka. © Alangkara/dpa

Rom – Wenn Tennis-Topstar Aryna Sabalenka bei den French Open mindestens bis ins Halbfinale kommt, hat sie in ihrer Karriere mehr als 50 Millionen Dollar Preisgeld verdient. 2,8 Millionen Euro streichen die Champions des am 24. Mai beginnenden Grand-Slam-Spektakels in Paris ein. Die Finalistinnen und Finalisten erhalten die Hälfte, die Halbfinal-Teilnehmenden 750.000 Euro. Und dennoch führt eine Boykott-Androhung der Weltranglisten-Ersten Sabalenka zu reichlich Aufsehen – und hebt den Dauer-Streit um die Preisgelder auf eine neue Stufe.

„Ohne uns gäbe es kein Turnier und auch keine Unterhaltung. Ich finde, wir haben definitiv einen höheren Anteil verdient“, kritisierte die Belarussin und stößt damit auf Zustimmung unter den Tennis-Kolleginnen und -Kollegen. „Ich glaube, irgendwann werden wir das boykottieren“, drohte sie.

61,7 Millionen Euro werden bei den diesjährigen French Open ausgeschüttet. Regelmäßig steigen die Summen bei den Grand-Slam-Turnieren an. In Paris in diesem Jahr verglichen mit 2025 um knapp zehn Prozent, seit 2019 nach Veranstalter-Angaben um etwa 45 Prozent.

Doch den Tennisprofis geht es um ihren relativen Anteil am Umsatz. Der werde, so eine Gruppe der Top-Profis, nur etwa 15 Prozent ausmachen und liege unter der Forderung an die Grand Slams nach 22 Prozent. Schon im vergangenen Jahr hatten sich namhafte Profis mit einem Schreiben an die Pariser Veranstalter gerichtet. Nun brachten sie „tiefe Enttäuschung“ über die diesjährige Verteilung zum Ausdruck, heißt es.

„Es geht eher um Respekt“, sagte der italienische Weltranglisten-Erste Jannik Sinner am Rande des Masters-1000-Turnier in Rom, wo er am Dienstag souverän das Viertelfinale erreichte. „Denn ich glaube, wir geben weit mehr, als wir zurückbekommen. Das gilt nicht nur für die Topspieler, sondern für alle Spieler.“

Ex-Profi Philipp Kohlschreiber kann Sinners Worte nachvollziehen. Verglichen mit anderen Sportarten sei Tennis „sehr weit weg“, was den Anteil an den Einnahmen für die Tennisprofis betreffe. So gehen in der nordamerikanischen NBA beispielsweise 50 Prozent der Liga-Einnahmen an die Basketballer.

Tennis gilt als kostspieliger Sport. Die Profis reisen als Alleinunternehmer um die Welt, zahlen Trainer und Physiotherapeuten. Vor allem bei den kleineren Events wie auf der Challenger-Tour müsse mehr Geld ausgeschüttet werden, sagte Kohlschreiber. „Die Topspieler haben ja kein Geldproblem.“

Spieler und Spielerinnen, die nicht in die Qualifikation der vier wichtigsten Events kommen, müssten laut Bundestrainer Kohlmann draufzahlen, bräuchten einen Sponsor oder reiche Eltern. Wer etwa zu den Top 250 gehört, könne sein Jahr gut planen und sich etwas zur Seite legen.DPA

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