Eines immerhin haben die Basketballer des FC Bayern und ihr Bald-Sportgeschäftsführer Thorsten Leibenath geschafft: Es ist wieder Schwung in einer zuletzt eher dahinplätschernden Saison. Es dürfte ordentlich Druck auf dem Kessel sein – vor allem, wenn es am Ende vielleicht sogar zu einem direkten Aufeinandertreffen zwischen den Münchnern und Leibenaths Ulmern kommen sollte.
Dabei ist es ein Wechsel, den man nachvollziehen kann. Für den Umworbenen ist es die Chance, die Karriereleiter nach oben zu steigen. Zu einem Club, der sich in der Liga des Weltmeisters längst in eigenen Sphären bewegt. Und die Bayern: haben einen Mann, der ein Schlüssel für ein paar Probleme werden könnte, die den deutschen Branchenführer immer noch begleiten. Leibenath hat einen Blick für Talente, für Akteure, in denen das Zeug für die große Euroleague-Karriere schlummern könnte.
Denn so sind halt die Realitäten. National mag man auch sportlich über den Dingen stehen. Doch der Münchner Kader ist zumindest teilweise in die Jahre gekommen. Die Bayern werden bald einen Umbruch einleiten müssen. Und man wird es gerade mit Blick auf Europa nicht mit dem Geldbeutel tun können. Da vermittelten die Zahlen, die die BBL vor einigen Wochen präsentierte, ein irreführendes Bild.
In dieser Rückrunde zeigte der scheidende Trainer-Altmeister Svetislav Pesic Wege auf, wie man als Kollektiv gegen die talentiertere Konkurrenz bestehen kann. Okay, Pesic ist bald nicht mehr da, der unverwüstliche Serbe hat ja bereits vor einigen Wochen das Ende seiner langen Trainerkarriere angekündigt. Diese Playoffs sind die letzten seiner großen Karriere. Dafür bekommt man einen Strategen, der dem Club vom kommenden Sommer an, auch so manchen Rohdiamanten bescheren könnte.
Doch das ist im Moment noch Zukunftsmusik. Erst einmal geht es für die Bayern darum, sich mit einer komplizierten Saison zu versöhnen. Alles andere als der dritte Titel in Serie für die Münchner wäre eine dicke Überraschung. Ganz egal, wie viel Druck am Ende auf dem Kessel ist.