Vorsicht, Explosionsgefahr!

von Redaktion

Rettig vs. Hoeneß vs. Nagelsmann – Zwischen den Bayern und dem DFB brodelt es

Von Hoeneß kritisiert: Nagelsmann. © Vennenbernd/DPA

Mann der lauten Töne: Uli Hoeneß. © Kolbert/Imago

Andreas Rettig (l.) mit Rudi Völler. © Charisius/DPA

München – Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem sich Uli Hoeneß in den vergangenen zehn Tagen in diversen Interviews auf Bundestrainer Julian Nagelsmann eingeschossen hatte, meldete sich jetzt DFB-Sportgeschäftsführer Andreas Rettig zu Wort. „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand vom DFB Herrn Hoeneß gebeten hat, öffentlich ein Zwischenzeugnis für Herrn Nagelsmann abzugeben. Ich weiß nicht, warum er dazu jetzt die Notwendigkeit gesehen hat“ sagte Rettig am Rande einer Veranstaltung in Düsseldorf und ergänzte süffisant: „Genau dieser Trainer war dem FC Bayern mal, ich glaube, 25 Millionen Euro wert. Sie haben ihn dann entlassen und wollten ihn wieder zurückholen. Das wissen wir, weil wir genau zu der Zeit mit Julian in Vertragsgesprächen waren.“

Hinter den Kulissen brodelt es aber schon länger zwischen dem FC Bayern und dem Deutschen Fußball-Bund – und die jüngsten Hoeneß-Attacken in Richtung Nagelsmann sind nur der jüngste öffentliche Zoff. Als Bayern-Mittelfeldchef Joshua Kimmich bereits im Januar auf die politischen Debatten rund um die Weltmeisterschaft in den USA angesprochen wurde, sagte der DFB-Kapitän: „Ich nehme nicht mehr teil an der politischen Diskussion. Das haben wir ja gemerkt, dass es nicht zielführend ist, wenn wir Spieler uns zu sehr politisch äußern.“ Die Aussagen des 31-Jährigen wurden im Nachgang eifrig diskutiert und nach unseren Informationen meldete sich daraufhin der DFB schriftlich beim deutschen Rekordmeister und allen anderen Bundesliga-Clubs mit Nationalspielern – mit einer allgemeinen Sprachregelung, um das Thema in der Öffentlichkeit kleinzuhalten.

Dass ausgerechnet St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich in seiner Rolle als DFB-Vizepräsident beim DFL-Neujahrsempfang wenige Tage später öffentlich zu einem WM-Boykott riet, sorgte an der Säbener Straße für Fassungslosigkeit.

Ebenso wie das Verhalten der DFB-Verantwortlichen um den Vorsitzenden der Geschäftsführung und Generalsekretär Dr. Holger Blaks rund um die Gründung des Ligaverbandes im Frauenfußball. Eigentlich hatten der Verband und 14 Bundesliga-Clubs – angeführt vom FC Bayern – die Rahmenbedingungen besprochen, doch im letzten Moment soll der DFB Absprachen missachtet haben. „Das hat uns 14 Clubs nicht nur irritiert, sondern kam für uns völlig überraschend“, stellte Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen damals klar.

In diesem Zeitraum lieferten sich beide Parteien auch wegen der sogenannten Highlight-Clips im Rahmen der DFB-Pokalspiele einen TV-Rechte-Streit. Hintergrund: Eigentlich dürften die Bayern Zusammenfassungen ihrer Pokalspiele unter der Woche erst ab Freitag ab Uhr auf ihren Club-Kanälen zeigen, der Verband darf diese hingegen sofort nach Abpfiff veröffentlichen. Die Münchner stellten ihre Clips diese Saison parallel zum DFB online. Der Verband ermahnte den deutschen Rekordmeister daraufhin schriftlich, sich an die Regeln zu halten. Die Bayern blieben unbeeindruckt. So wie der Bundestrainer nach den zahlreichen Attacken von Uli Hoeneß?MANUEL BONKE

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