Will seine Löwen wachrütteln: Coach Kauczinski. © Imago
München – Es hätte so schön sein können: Vor der Saison hatten sich viele Löwenfans ausgemalt, wie ihre Sechzger im letzten Saisonspiel in Verl die Rückkehr in die Zweite Bundesliga perfekt machen. Doch weit gefehlt. Für 1860 geht es bei den Ostwestfalen um nichts mehr, Rang acht in der 3. Liga steht bereits fest. Und dennoch reisen über 1100 Fans den Löwen hinterher. Sie dürften nicht allzu erfreut darüber sein, was Trainer Markus Kauczinski im Hinblick auf die Motivation seiner Profis am Freitag verkündete: „Jetzt ist die Luft ein bisschen raus, das habe ich mir natürlich anders gewünscht.“
Nach nur einem Sieg aus den vergangenen neun Partien gab Kauczinski zu: Seine Löwen können sich nicht mehr motivieren. Wie er dem entgegenwirken will? „Ich lebe es vor, dass es noch etwas zu gewinnen gibt.“
Personell pfeift 1860 aus dem letzten Loch. Die Ausfallliste ist lang und prominent besetzt: Kevin Volland, Florian Niederlechner, Jesper Verlaat, Thore Jacobsen, Tunay Deniz, David Philipp, Philipp Maier, Manuel Pfeifer, Max Reinthaler und Damjan Dordan. Sechzig bekommt auf den letzten Metern der Spielzeit kaum die Ersatzbank voll. „Wir haben 17 Feldspieler zur Verfügung, kommen auf dem Zahnfleisch daher“, erklärte Kauczinski kurz vor der Abfahrt. Gegen spielstarke Verler will der Coach eines von seinem Team sehen: „Wir wollen Spaß am Fußball zeigen.“
Die wenigen Ausnahmen im Löwen-Kader, die die richtige Einstellung und den Spielwitz zuletzt an den Tag legten, kommen zum Großteil aus dem eigenen NLZ. Zwei, die zumindest ein wenig Hoffnung für die ungewisse Löwenzukunft machen, sind Samuel Althaus und Xaver Kiefersauer. Die beiden 20-Jährigen dürften die Doppelsechs bilden und vor allem defensiv ordentlich gefordert werden.
Beide 1860-Juwele fehlen damit bei der U21, die am Samstag endlich wieder einen Meistertitel nach Giesing bringen kann. Ab 14 Uhr geht es am Trainingsgelände für die Kayabunar-Elf um die Krone der Bayernliga. Eine erfreuliche Ablenkung in (wie so oft) tristen Löwen-Tagen.MARCO BLANCO UCLES