Funktioniert auch als Hut: Georgia Stanway. © Insta
Köln – Als das erneute Double feststand, präsentierten sich die Bayern-Fußballerinnen so locker und verspielt wie fast die gesamte Saison über. Torjägerin Pernille Harder badete nach dem 4:0-Pokaltriumph in Köln gegen den VfL Wolfsburg lächelnd mit dem schweren Silberpokal im Entmüdungsbecken, Klara Bühl erklärte mit einem schelmischen Grinsen Linda Dallmann zur Partykönigin und Linksverteidigerin Carolin Simon posierte mit dicker Sonnenbrille. Die Feierlichkeiten könnten „eine sehr lange Angelegenheit“ werden, mutmaßte Dallmann – ebenso wie die nationale Bayern-Dominanz.
Der nun dreimalige Pokalsieger hat in dieser Saison alle vier Vergleiche mit dem Vizemeister und Rekordpokalsieger gewonnen, die Bundesliga nach Belieben dominiert und in dieser Zeit überhaupt nur zwei Pflichtspiele verloren (jeweils gegen den FC Barcelona). Wer soll den Serienmeister, der im Pokalfinale keineswegs glänzte und am Ende doch gnadenlos zupackte, national noch stoppen? Und wie?
Erfolgscoach José Barcala hielt zunächst an Barcala-typischen Mustern fest. Freundlich und detailliert referierte der 44-Jährige darüber, wieso die Münchnerinnen trotz Anlaufschwierigkeiten am Ende wieder als strahlende Siegerinnen aus Köln abzogen. „Man sieht eine Mannschaft, die nicht richtig ins Spiel kommt, man sieht eine Mannschaft, die Fehler macht. Aber wir bleiben im Spiel, wir bleiben organisiert, wir bleiben kompakt“, analysierte der Coach. Den größeren Kontext nahm Stephan Lerch in den Blick. „Momentan ist der FC Bayern einfach die Benchmark im deutschen Frauenfußball, das muss man leider neidlos anerkennen“, lobte Wolfsburgs Coach und sprach von einem „Qualitätsunterschied“. München habe den VfL „einfach überholt“, sagte die im Sommer zu Regionalligist Borussia Dortmund wechselnde Alexandra Popp.
16 Punkte liegt Wolfsburg vor dem letzten Liga-Spieltag am Sonntag hinter Bayern, das Pokalfinale war nur in Hälfte eins ein ausgeglichenes.DPA