Verl/München – Thomas Dähne konnte einem nur noch leidtun. Mit einer Mischung aus Wut und Enttäuschung musste der Löwen-Keeper zusehen, wie ihn seine Vorderleute sträflich im Stich ließen. Einzig dem Torhüter der Sechzger war es zu verdanken, dass es am Ende im letzten Ligaspiel „nur“ eine 0:3-Packung beim SC Verl wurde.
Bezeichnend, dass es auch Dähne war, der sich den Fragen von „MagentaSport“ stellen musste. „Wir haben das Ding in der zweiten Halbzeit aus der Hand gegeben, in der Höhe verdient verloren“, meinte der 32-Jährige. Aus Enttäuschung wurde schnell Wut: „Es kann nicht sein, dass wir nach Verl fahren und so eine zweite Halbzeit spielen und uns nach Minute 46 geschlagen geben. Wir brauchen ein ganz anderes Mindset. Das geht einfach nicht.“
In der Tat war es beschämend, was die Löwen ihren über 1100 mitgereisten Fans nach dem Seitenwechsel präsentierten. Verl ließ Ball und Gegner laufen, Sechzig kam überhaupt nicht mehr in die Zweikämpfe. Das sah vor der Pause noch anders aus. In einem chancenarmen Spiel war es ein unglückliches Handspiel von Lasse Faßmann im eigenen Sechzehner, das den Anfang vom Ende für die Löwen einläutete. Berkan Taz verwandelte sicher zur 1:0-Pausenführung. Zu diesem Zeitpunkt noch eher schmeichelhafter Natur.
Die junge 1860-Mannschaft ließ sich davon sichtlich beeindrucken. Ohne Struktur und Mut wurden die Sechzger regelrecht vorgeführt. Oualid Mhamdi (60.) und Julian Stark (78.) schraubten das Ergebnis in die Höhe, Markus Kauczinski und sein Team sehnten den Abpfiff herbei. „In der zweiten Halbzeit haben wir keine Chance mehr gehabt gegen die Spielfreude der Verler. Wir müssen uns neu sortieren“, blickte der Löwencoach vielsagend in Richtung neue Saison.
Dähne hingegen blickte auf seine Premierensaison im 1860-Trikot zurück – und zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir waren einfach zu schlecht, wenn es drauf ankam. Wir hatten mit oben nichts zu tun. Ich bin überhaupt nicht zufrieden.“ Für das Totopokal-Finale kommenden Samstag (16.30 Uhr) in Würzburg verspricht der Torhüter: „Wir wollen diesen Pokal für die Fans holen.“
Es wäre ein halbwegs versöhnlicher Abschluss einer verkorksten Spielzeit. Spätestens mit dem Aus im Aufstiegskampf schien die Motivation wie weggeblasen. Die Horror-Bilanz: Von den letzten zehn Ligaspielen gewann 1860 nur ein einziges – gegen Absteiger Ulm. Kauczinski sprach nach der Verl-Pleite aus, was seit Monaten unübersehbar ist: „Hier wird sich einiges ändern müssen.“MARCO BLANCO UCLES