Party, Palmen – und Pokal?

von Redaktion

Nockerberg und Marienplatz: Bayern feiert und nimmt das Endspiel in Berlin ins Visier

12.000 Fans feierten ihre Bayern. © Szilagyi/EPA,Weller/dpa

Dschungel-Style: Der Nockerberg am Samstagabend.

Kompany (li.) und Upamecano: Kein Titel ohne Bierdusche.

Sieht aus wie das echte Emblem, ist es aber nicht.

Hatten eine Gaudi: Kimmich und Neuer. © Merk/Imago

Von Glück beseelt: Der FC Bayern feierte am Sonntagnachmittag auf dem Marienplatz ihren 35. Meistertitel. © Szilagyi/EPA

München – Die Meisterfeier des FC Bayern am Nockherberg erinnerte dieses Jahr ein wenig an die RTL-Dschungelshow: Von der Decke hingen Palmwedel und Girlanden, statt Bayern-Rot dominierte die Farbe Grün – und auf der Bühne sorgten Tänzerinnen in bunten Vogelkostümen für Stimmung. Das Jahr 2026 steht beim deutschen Rekordmeister weiterhin ganz im Zeichen des Kakadus, der mittlerweile Kultstatus erreicht hat.

Nicht umsonst schickte der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) beim Rathaus-Empfang am Sonntag die Mannschaft mit folgenden Worten in Richtung Pokalfinale nach Berlin: „Möge der Kakadu mit euch sein!“ Den Münchner Stars, die ihre kleinen Augen hinter dunklen Sonnenbrillen versteckten, rutschte immerhin ein müdes Lächeln über die Lippen. Trotz aller Feierlichkeiten rund um den 35. Meistertitel ist die Münchner Mission noch nicht beendet: Am Samstag soll endlich wieder der DFB-Pokal gewonnen und somit das Double perfekt gemacht werden – so wie es die Frauenmannschaft bereits vorgemacht hat.

„Ein klarer Auftrag an dich, Vinnie: Den Pokal wieder nach Hause holen. Ich bin überzeugt, dass ihr München und den FC Bayern am Samstag in Berlin stolz macht“, sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer im großen Sitzungssaal des Rathauses und schob süffisant hinterher: „Ich habe gehört, dass der Oberbürgermeister kein Bayern-Fan ist. Das ist ungewohnt, daran werden wir arbeiten, das wird unser persönliches Integrationsprojekt.“

Eine Pokalpleite kommt für Torjäger Harry Kane und seine Kollegen nicht infrage. „Wenn wir nicht gewinnen, wird das einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Bei diesem Club sind zwei Titel das Minimum, auf das wir in jeder Saison abzielen sollten. Also ist es ein großes Spiel für uns“, sagte der Engländer nach dem letzten Bundesligaspiel und dachte dabei sogar perspektivisch: „Wir müssen dieses Spiel noch gewinnen, um wirklich das Gefühl zu haben, dass wir den nächsten Schritt gemacht haben.“ Das wäre laut Kane ein wichtiges Signal: „Dann gehen wir mit der gleichen Mentalität in die nächste Saison und versuchen, alles zu gewinnen.“ Den 36. Meistertitel, dann zum 22. Mal den Pokal – und vor allem: zum siebten Mal den Henkelpott.

Das hätte sich der scheidende Leon Goretzka schon für sein Abschiedsjahr gewünscht. „Wir hatten, glaube ich, alle dieses Jahr das Gefühl, dass wir die Champions League gewinnen können. Das tut richtig weh, aber in einer Woche haben wir noch ein Spiel und da werden wir noch mal richtig Gas geben“, rief der Mittelfeldspieler den ausgelassenen Anhängern auf dem Marienplatz zu.

Kaum vorzustellen, zu welchem Feierbiest Coach Vincent Kompany bei Triple-Feierlichkeiten mutieren würde, immerhin heizte er die Stimmung bereits am Samstag und Sonntag als Einpeitscher an. Beispiele gefällig? Als die interne Party am Nockherberg so richtig Fahrt aufnahm, stürmte der Belgier gemeinsam mit Alphonso Davies und Jonathan Tah die Tanzfläche. Das beeindruckte auch Vorstandschef Jan-Christian Dreesen: „Die Spieler haben ordentlich Gas gegeben, gemeinsam mit Vincent. Die haben ihre gesamten Tanzkünste gezeigt. Es war eine lange Nacht.“

Vor der Tanzeinlage dankte er bei seiner Meister-Ansprache „allen Jungs auf und neben dem Platz“ sowie seinem Trainerstab und den Club-Verantwortlichen: „Es ist seit dem ersten Tag alles gut!“ Einen kleinen Fauxpas leistete sich der 40-jährige Fußballlehrer dann nur bei den Feierlichkeiten im Rathaus: Eigentlich war in der Partynacht vereinbart worden, dass er die Meisterschale mit nach Hause und von dort aus mit zum Marienplatz nimmt. „Ich habe sie in der Küche liegen lassen. Meine Frau hat sie dann hierhergebracht“, berichtete er mit einem Schmunzeln.MANUEL BONKE, HANNA RAIF

Artikel 1 von 11