Matti Schmid aus Regensburg. © Squire/AFP
Newtown Square – Nach dem letzten Putt zuckte ganz kurz die „Becker-Faust“ hervor und die Anspannung wich einem zarten Grinsen. Die Golf-Sensation hatte Matti Schmid zwar verpasst, doch der geplatzte Traum vom ersten deutschen Majorsieg seit 2014 hing dem gebürtigen Regensburger nicht lange nach. „Es ist eines der besten Turniere, das ich je gespielt habe“, sagte Schmid nach seinem vierten Platz bei der PGA Championship.
Tatsächlich spielte der 28-Jährige auf dem schweren Kurs des Aronimink Golf Clubs bei Philadelphia so gut, dass er nach der Hälfte der Schlussrunde in Führung lag. Die Fans in der Heimat durften auf den dritten deutschen Sieger bei einem der vier großen Turniere nach Bernhard Langer (Masters 1985 und 1993) sowie Martin Kaymer (PGA Championship 2010, US Open 2014) hoffen. Doch dann zog Überraschungsmann Aaron Rai davon und holte sich seinen ersten Majortitel.
Letztlich lag Schmid vier Schläge hinter dem 31 Jahre alten Engländer, der 3,69 Millionen Dollar kassierte. Der Sohn indischer Einwanderer, bekannt für sein unkonventionelles Spiel mit zwei Handschuhen statt einem, krönte mit dem Triumph seinen märchenhaften Aufstieg aus bescheidenen Verhältnissen. Rai ist nach James Martin Barnes erst der zweite Engländer, der die PGA Championship gewinnen konnte – über 100 Jahre nach den Erfolgen von Barnes.SID