Riera knöpfte sich auch Jungstar Uzun vor. © Löb/Imago
Götze flog unter Riera einmal aus dem Kader. © Anspach/DPA
Energisch, aber ohne Erfolg: Albert Riera und die Eintracht, das passte nicht. © Anspach/DPA
Frankfurt/Main – Die Zusammenarbeit zwischen Albert Riera und Eintracht Frankfurt hat sich als großes Missverständnis herausgestellt. Nach dreieinhalb Monaten ist für den exzentrischen Spanier schon wieder Schluss in der Mainmetropole. Der 44 Jahre alte Trainer überzeugte in Frankfurt weder sportlich noch in der Außendarstellung. Eine Auswahl der Fehltritte von Riera bei der Eintracht.
Antrittsrede: Selbstbewusst und wortgewaltig trat Riera Anfang Februar die Nachfolge von Dino Toppmöller an. Wenn er seinen Spielern sagen würde, sie sollen vom Balkon springen, würden sie das tun, versicherte der auf Mallorca geborene Riera bei seiner ersten Pressekonferenz. „Vielleicht habe ich einen Zauberstab, aber glaubt mir, ich werde es schaffen. Meine Spieler werden mir folgen.“ Schnell stellte sich heraus, dass dem nicht so ist.
Götze-Degradierung: Anfang April wurde die Vertragsverlängerung des WM-Finaltorschützen Mario Götze bei der Eintracht offiziell – und das, obwohl er wenige Tage zuvor für das Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 aus dem Kader flog. „Wenn das Team ihn braucht – nicht Albert – dann haben wir kein Problem. Alle Spieler sind wichtig. Wenn wir Mario brauchen, werden wir ihn aufs Feld bringen“, hatte Riera später nach dem 1:2 in Mainz erklärt. Der Spanier brauchte Götze kaum.
Uzun-Zwist: Riera legte sich auch mit Jungstar Can Uzun an. „Er weiß, was er mit und ohne Ball zu tun hat. Wenn er das in die Mannschaft einbringt, dann wird er spielen. Für alle Spieler gilt genau das“, hatte der 44-Jährige nach dem 2:2 gegen den 1. FC Köln geäußert, nachdem er ihn in der Partie komplett außen vor gelassen hatte.
Zoff mit Burkardt: Riera zoffte sich offensichtlich auch mit Stürmer Jonathan Burkardt. Der Coach soll laut Medien ein Problem mit den vermeintlich hohen Körperfettwerten des Stürmers gehabt haben. Er soll aber nicht persönlich mit Burkardt darüber gesprochen, sondern Co-Trainer Jan Fießer vorgeschickt haben. Das wiederum soll dem Angreifer nicht gefallen haben. Zuletzt erhielt Burkardt aus disziplinarischen Gründen eine Geldstrafe. Medienberichten zufolge soll er Riera beleidigt haben.
Medienschelte: Im Zuge der Burkardt-Berichterstattung holte Riera zum Rundumschlag mit den Medien aus. „Das ist kompletter Mist“, sagte er zu den Berichten über den Zwist mit Nationalspieler Jonathan Burkardt und fügte hinzu: „Das ist hier kein Zirkus, sondern ein professioneller Fußball-Verein.“ Der Spanier sprach von „viel Gift“ im Umfeld des Clubs.