Hitzlsperger sagt Jein zu den Löwen

von Redaktion

Ex-Profi bestätigt Gespräche über Anteilskauf – Ismaik offenbar nicht der Bremsklotz

Mit 1860 aufgewachsen: Ex-Profi Hitzlsperger (44) – am Sonntag sprach er im BR über einen möglichen Einstieg. © BR

München – Eine weitere verkorkste Löwen-Saison ist Geschichte: Platz acht im achten Drittligajahr, den Aufstiegstraum um satte 16 Punkte verpasst. Die Herausforderung besteht jetzt darin, trotz Sparkurs wieder Feuer bei den Fans zu entfachen. Gespeist zum Beispiel aus zwei alten Sehnsüchten: dem Ausbau des Grünwalder Stadions im Windschatten der Olympia-Bewerbung – und einem möglichen Ende der Zwangsehe mit Investor Hasan Ismaik (seit 2011).

Zumindest bei letzterem Thema gibt es inzwischen konkrete Protagonisten. Einer davon saß am Sonntagabend im BR-Studio von „Blickpunkt Sport“: Thomas Hitzlsperger. Der Ex-Nationalspieler aus Forstinning, bekennender Löwen-Sympathisant und mittlerweile ein umtriebiger Unternehmer, bestätigte erstmals öffentlich sein Interesse an einem Einstieg beim TSV 1860. „Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit 1860 beschäftigt, zusammen mit Markus Rejek, der ja schon mal Geschäftsführer war“, sagte der 44-Jährige. „Wir haben Überlegungen angestellt, ob es nicht die Möglichkeit gibt, Ismaik als Gesellschafter abzulösen, vielleicht mit Partnern zusammen bei Sechzig was zu unternehmen.“

Unsere Zeitung weiß: Hinter den Kulissen laufen seit Monaten Gespräche. Nicht nur mit den Investoren von Hitzlsperger, sondern auch mit einer zweiten Gruppe, die ein Engagement prüft. „Das Interesse ist da“, bestätigte der frühere Nationalspieler – und schob hinterher: „Momentan ruht es. Schauen wir mal, wie es weitergeht.“

Das klingt nicht nach Angriff, sondern eher nach vorsichtigem Abtasten. Vielleicht auch, weil sich jeder ernsthafte Interessent zwangsläufig mit der komplizierten Statik dieses Vereins beschäftigen muss. Oder, wie Thomas Hitzlsperger es höflich formulierte: „Egal, mit wem wir es zu tun hatten, das waren konstruktive Gespräche. Da kann ich nur Gutes berichten.“ Trotzdem sei alles „sehr, sehr kompliziert“. Ihm sei bewusst: „So wie 1860 aktuell dasteht, ist es nicht auf allen Ebenen ein Miteinander.“

Keine ganz neue Erkenntnis. Interessant dabei: Hitzlsperger berichtete von Gesprächen „mit Hasan Ismaiks Vertretern, mit allen, die für ihn arbeiten“. Intern heißt es, dass der Jordanier deutlich von seinen ursprünglichen Preisvorstellungen abgerückt ist. Von den einst kolportierten 60 Millionen Euro plus x ist man nach Informationen unserer Zeitung inzwischen ein gutes Stück entfernt.

Die eigentlichen Bremsklötze verortet Thomas Hitzlsperger offenbar woanders. „Es müssen alle an einem Strang ziehen“, sagte er allgemein. Dazu komme der suboptimale Zeitpunkt zwischen zwei Spielzeiten: „Es ist jetzt eine heiße Phase. Es geht um die neue Planung der neuen Saison. Es ist jetzt nicht der beste Zeitpunkt, um die ganz wesentlichen Dinge anzugehen.“ Was wohl bedeutet: Die (restlichen) Silvesterraketen, von denen einige schon im Sommer 2025 etwas voreilig auf Giesings Straßen gezündet wurden, können vorerst auf dem Dachboden bleiben.ULI KELLNER

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