IM BLICKPUNKT

Nagelsmann: Kommunikationskritik

von Redaktion

Julian Nagelsmann galt einst als großer Kommunikator. Jetzt hagelt es Kritik – ob er redet oder schweigt. Julian Nagelsmann hat schon so viele Rollen gespielt in seinem Trainerleben. Er war der Jungstar und der Taktik-Nerd, der 25-Millionen-Euro-Coach und der Münchner Corona-Außenminister, er war der Staatsmann mit der Ruck-Rede nach dem bitteren EM-Aus 2024. Ob als „Julsi“ oder „Herr Nagelsmann“, eins war er nie: um Worte verlegen. Doch ausgerechnet vor seiner größten Aufgabe, der WM im Sommer, hagelt es Kritik an der Kommunikation des Bundestrainers.

Von Uli Hoeneß über Lothar Matthäus bis hin zu Philipp Lahm und Matthias Sammer: Die Fußball-Nation stört sich an den öffentlichen Auftritten des obersten Spiel-Erklärers. Sogar dann, wenn der – wie am Samstag im Aktuellen Sportstudio des ZDF zur Causa Manuel Neuer – viel redet, aber gar nichts sagt. Nagelsmanns Verhalten in der aus dem Nichts wieder aufgeflammten Debatte um die mögliche Rückkehr des einstigen Weltmeister-Torwarts hat das Image des Bundestrainers schon jetzt schwer beschädigt. Der frühere Weltklasse-Torhüter Oliver Kahn urteilte gar: „Wie glaubwürdig, wie verlässlich sind denn jetzt Aussagen, wenn sie hier in Zukunft kommen?“

Die DFB-Verantwortlichen beeilten sich, ihren wichtigsten Angestellten in Schutz zu nehmen. „Ganz so schlecht ist unser Trainer nicht, wie der ein oder andere erklärt“, meinte Geschäftsführer Andreas Rettig. Rudi Völler äußerte sich ähnlich, wobei man beim Sportdirektor fast eine Ermahnung an Nagelsmann heraushören konnte: „Als Bundestrainer muss man wissen, dass die ganze Nation bestimmte Entscheidungen hinterfragt. Da muss man Kritik aushalten können – auch die von Uli Hoeneß.“

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