Hatten den Rathausbalkon für sich: Die Double-Siegerinnen des FC Bayern feierten am Montag mit OB Dominik Krause auf dem Marienplatz. © Michael Nagy
München – Das Wichtigste war da: Beide Pokale haben es rechtzeitig ins Rathaus zu den Feierlichkeiten der Münchner Double-Siegerinnen geschafft. Tags zuvor hatte Vincent Kompany nämlich die Meisterschale der Männer noch zu Hause vergessen. Und FCB-Präsident Herbert Hainer ließ es sich am Montagnachmittag nicht nehmen, süffisant an den Fauxpas seines Trainers zu erinnern.
Dass die Party der FC-Bayern-Familie auseinandergerissen wurde, lag daran, dass die Frauen am Sonntagabend ihr letztes Bundesligaspiel der Saison in Hamburg bestritten. Georgia Stanway erzielte in ihrem letzten Spiel im Bayern-Trikot kurz vor Schluss den 1:0-Siegtreffer. Somit hatten die Münchnerinnen den Rathausbalkon für sich und wurden von vielen Fans auf dem Marienplatz herzlich und lautstark empfangen.
„Ich finde es beeindruckend, wie spontan die Fans heute unterwegs sind“, befand auch Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) gegenüber unserer Zeitung. Ihm fiel auch gleich ein großer Unterschied zur Meisterfeier der Männer auf: „Es ist etwas weniger durchgetaktet, aber dafür vielleicht umso schöner.“
Zuvor beglückwünschte er Kapitänin Giulia Gwinn, das Trainerteam um Jose Barcala und die gesamte Mannschaft zu einer „grandiosen Leistung“. Ungeschlagen holten sich die Bayern-Frauen die Meisterschaft – dass sie im DFB-Pokal gänzlich ohne Gegentor blieben, unterstreicht ihre nationale Dominanz in dieser Saison.
Diese Hartnäckigkeit, die die Münchnerinnen immer wieder auf den Platz bringen, zeigte auch Präsident Hainer, der sein am Sonntag angekündigtes „persönliches Integrationsprojekt“ weiterführte. Denn Krause ist „kein eingefleischter Fußballfan“, wie er selbst sagt, und hat (noch) keinen Lieblingsverein. Ein von allen Spielerinnen unterschriebenes Trikot gab es schon einmal als kleines Bestechungsgeschenk.
Die Feierlichkeiten auf dem Rathausbalkon wurden am Montag auch ein wenig zu einer kleinen Abschiedsparty für die scheidenden Stars. Stanway (27) wird den Verein nach vier Jahren verlassen sowie auch Torhüterin Mala Grohs (24) und Abwehrspielerin Carolin Simon (33), die sieben Jahre in München gespielt haben. Sie alle waren überrascht von dem großen Empfang: „Ich habe mit wenig gerechnet, habe aber viel bekommen“, sagte Grohs und Simon ergänzte, „es ist Wahnsinn, wie viele Leute heute gekommen sind.“ALEXANDER VORMSTEIN