Davies (Mitte) und Kim sind im Visier der Saudis und SPL-Direktor Emenalo (kleines Foto oben). © Goldber/Imago, SPL
München – Hoher Besuch beim FC Bayern. Nach dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain war Michael Emenalo zu Gast an der Säbener Straße. Das belegen Bilder von Sky. Der Fußball-Direktor der Saudi Pro League (SPL) pflegt ein gutes Verhältnis zu Sportvorstand Max Eberl. Zur Wahrheit gehört auch: Mit Alphonso Davies und Minjae Kim hat der Rekordmeister zwei Stars im Kader, auf die die Saudis bereits seit Monaten ein Auge geworfen haben.
Beim jüngsten Treffen soll es sich nach unseren Informationen hauptsächlich um einen Austausch mit Eberl (Vertrag bis 2027) gehandelt haben. Im Vorjahr waren Al-Nassr, Al-Hilal, Al-Ittihad und Al-Qadisiyah an Kim interessiert. Davies findet Emenalo bereits seit Jahren interessant. Der Haken: Trainer Vincent Kompany plant weiter mit beiden.
Zuletzt kursierten Berichte, wonach der saudische Staatsfonds (PIF) seine Mega-Investitionen im Sport zurückschrauben werde. Auslöser dafür war eine Ankündigung des PIF, die LIV-Tour nur noch bis zum Saisonende zu finanzieren. In die Golf-Liga waren in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge investiert worden. Der Fußball spielt jedoch weiter eine wichtige Rolle in der Strategie, unabhängiger von der Öl-Wirtschaft zu werden.
Eine hochrangige saudische Quelle bestätigt gegenüber unserer Zeitung: „Wir wollen nicht sagen, dass man im kommenden Transfersommer mit exorbitanten Ausgaben rechnen muss, aber die Vereine werden wie bisher unterstützt – nur gibt es nun einen klaren Prozess dafür, und sie werden für ihre Leistungen auf dem Spielfeld und als Unternehmen belohnt.“
Konkret geht es um das „Player Acquisition Centre of Excellence“ (PACE). Die SPL hat vor wenigen Tagen die zweite Phase ihres 2023 eingeführten Programms, das sich an der „Vision 2030“ Saudi-Arabiens orientiert, ins Leben gerufen.
„Unser Ziel ist es, die Vereine in die Lage zu versetzen, langfristig zu planen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und den Gesamtwert der Liga zu steigern“, sagt SPL-CEO Omar Mugharbel. PACE unterstützt die SPL-Vereine bei der Rekrutierung internationaler Spitzentalente durch ein zentralisiertes Transferunterstützungsmodell. Außerdem stellt es Fachwissen in den Bereichen Spielerbetreuung, Governance und Nachhaltigkeit zur Verfügung.
Wie wird das zentral zur Verfügung gestellte Budget künftig eingesetzt? Je 22 Prozent davon werden gleichmäßig auf die Vereine verteilt und entsprechend der durchschnittlichen Tabellenplatzierung in den vergangenen drei Spielzeiten zugeteilt, je 28 Prozent richten sich nach den TV-Quoten und der wirtschaftlichen Leistung im gleichen Zeitraum. „Wir werden sie nicht immer auf diese Weise unterstützen müssen, aber im Moment ist es hilfreich, um das Wachstum voranzutreiben“, erklärt der Insider weiter.P. KESSLER, M. BONKE