Oliver Baumann (TSG 1899 Hoffenheim). © Imago/beautiful Sports
Starke Parade von Torwart Manuel Neuer bei einem Schuss von Kylian Mbappe. © Imago/b. Feil/m.i.s./IMAGO/MIS
Beide Torhüter haben Stärken und Schwächen.
Bayerns Schlussmann Manuel Neuer muss niemandem mehr seine Klasse beweisen, aber hält auch die Wade?
Hoffenheims Oliver Baumann stand in jeder einzelnen Bundesliga-Partie über 90 Minuten auf dem Platz. © Imago (2)
München – Der Bayerische Rundfunk lockte Manuel Neuer bei der Meisterfeier auf dem Münchner Rathausbalkon mit einer Abmachung vor die Kamera: Bloß keine Frage zum möglichen DFB-Comeback. Also versuchte es BR-Reporter Markus Othmer charmant durch die Hintertür und wollte vom Bayern-Torhüter wissen, wie es denn um seine Urlaubsplanung im Sommer stehe – und ob er eine Reiserücktrittsversicherung hätte.
Neuer antwortete, dass er gemeinsam mit seiner Ehefrau Anika „auf jeden Fall in Europa“ bleiben werde: „So viel steht fest. Wir möchten auf jeden Fall hierbleiben. Wir erwarten unser zweites Kind, deshalb ist eine Fernreise nicht geplant.“ Per DFB-Dienstreise könnte der 40-Jährige am Ende doch in Amerika landen, wo die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. In drei Tagen wird Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der offiziellen Kader-Nominierung seine Pläne mit Neuer und Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann erläutern. Aber wer von beiden ist wirklich besser? Höchste Zeit, einen Blick auf interessanteste Zahlen zu werfen.
Einsatzminuten: Während Baumann diese Saison in jedem TSG-Spiel über die volle Distanz zwischen den Pfosten stand und 2970 Einsatzminuten sammelte, hatte Neuer immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen: Vor allem die linke Wade wurde dabei zur Problemzone. Hier zog sich der Münchner im Februar einen Muskelfaserriss zu und hatte fortan immer wieder mit Folgeverletzungen zu kämpfen – auch jetzt muss er wegen muskulärer Probleme an dieser Stelle kürzertreten. Darum absolvierte Neuer auch nur 1800 Bundesliga-Minuten. Sollte diese Verletzung während des Turniers wieder aufbrechen, wäre das der Super-GAU.
Individuelle Fehler vor Gegentoren: Angesichts der Spielminuten ist diese Statistik besonders interessant, denn Neuer leistete sich vier individuelle Fehler vor Gegentoren, Baumann drei. Durchschnittlich patzte der Bayern-Keeper also alle 450 Minuten, während sich der Hoffenheimer nur alle 990 Minuten einen groben Schnitzer erlaubte.
Paraden pro 90 Minuten: Bei dieser Statistik konnte sich Baumann pro Partie 2,88 Mal auszeichnen. Der Wert von Neue liegt bei 1,55. Dieser Wert hängt natürlich auch unmittelbar mit der Abwehrarbeit der Vorderleute zusammen. Bayern kassierte insgesamt 36 Gegentore, Hoffenheim kommt auf 52.
Klärungsaktionen außerhalb des Strafraums pro 90 Minuten: Neuer hat das Torwartspiel mit seinen Ausflügen außerhalb des Strafraums revolutioniert. Das spiegelt sich auch in seinen Bundesligazahlen wider: Er kommt auf 1,15 Klärungsaktionen, Baumann auf 1,03.M. BONKE, P. KESSLER