Mit seinem Treffer zum 1:0 beim 4:0-Sieg am Samstag über RB Leipzig hat sich Jan-Niklas Beste optimal auf das Endspiel der Europa League am Mittwoch (21 Uhr/RTL) gegen Aston Villa eingestimmt. Welche Chancen der 27-Jährige im ersten Europapokalfinale in der Geschichte der Breisgauer in Istanbul sieht, verrät Beste im Interview.
Herr Beste, als Sie als kleiner Junge mit dem Fußballspielen begonnen haben, haben Sie da schon davon geträumt, mal in so einem Finale zu stehen?
Von so etwas träumt jeder kleine Junge. Aber wenn man sich hinterfragt, wie viel Zeit und Arbeit man investiert hat in der Vergangenheit, ist das schon Wahnsinn, wie sich die Reise von mir entwickelt hat.
Was hat den SC Freiburg in dieser Europa-League-Saison so stark gemacht?
Wir kommen viel übers Team, über die Geschlossenheit. Und bei uns kann es auch mal sein, dass der Stürmer mit in unserem Sechzehner verteidigt. Hinzu kommt die Intensität. Damit haben wir am Anfang viele Mannschaften wohl überrascht. Und man muss sagen, wir waren in den Heimspielen extrem stark. In der Europa League haben wir zuhause kein Spiel verloren. Das ganze Stadion, die Stimmung – das war schon unglaublich, schon beim Aufwärmen.
Wie sehen Sie Ihre Chancen ohne diesen Heimspiel-Effekt?
Keiner hat ein Heim- oder ein Auswärtsspiel. Ich denke, uns werden sehr viele Fans begleiten. Ich habe das zuletzt auch zu Hause gemerkt, wie groß die Unterstützung ist. Wenn ich mit dem Hund draußen war oder einkaufen war, bin ich immer angesprochen worden. Wir fahren nach Istanbul, um den Pott zu holen.
Gab es einen Schlüsselmoment auf diesem Weg nach Istanbul?
Nach der 0:1-Hinspielniederlage in Genk im Achtelfinale haben wir uns einen Tag später zusammengesetzt und offen und ehrlich kommuniziert, was schiefgelaufen war und was nicht geht. Das war so ein Schlüsselmoment. Aus Rückschlägen haben wir immer die positiven Dinge mitgenommen.
Bei einem Sieg in großen Endspielen lassen sich viele Spieler voller Überschwang oftmals eine Glatze rasieren. Was ist mit Ihrem Markenzeichen, dem Bart – muss er daran glauben im Falle eines Sieges?
Auch wenn wir gewinnen, der Bart bleibt dran.
INTERVIEW: PATRICK DROSTE