Grubauer tobt nach Fehlentscheidung

von Redaktion

Nach unglücklichem Ausgleich gegen USA ist das DEB-Team auf Schützenhilfe angewiesen

Deutschland hatte die USA am Rande einer Niederlage. Nach einer unglücklichen Schiedsrichterentscheidung fiel der Ausgleich. © Leanza/AFP

Zürich – Philipp Grubauer war stinksauer. Der deutsche Eishockey-Nationaltorwart hatte seinen Fanghandschuh auf den Puck gelegt, doch die Schiedsrichter pfiffen nicht ab. Stattdessen stocherte Declan Carlile die Scheibe heraus, und Tommy Novak erzielte den 3:3-Ausgleich für die USA. Der NHL-Goalie beschwerte sich lautstark bei den Schiedsrichtern, doch es half nichts. Der Treffer zählte, das Spiel ging in die Verlängerung, das deutsche Team verlor nach Penaltyschießen 3:4 und damit auch seine vierte WM-Partie.

„Ich war zweimal mit der Fanghand drauf. Ich weiß nicht, wie lange ich die Scheibe festhalten soll“, sagte Grubauer, „es ist bitter, dass so eine Situation uns das Spiel kostet. Es ist fragwürdig, dass sie das Tor haben zählen lassen.“ Zudem war der 34-Jährige überrascht, dass Trainer Harold Kreis nicht den Videobeweis forderte.

Kreis begründete seinen Verzicht auf die „Coach’s Challenge“ mit einer Auskunft der Referees. „Der Schiedsrichter hat gesagt, für so eine Aktion gibt es keine Challenge“, erläuterte der Bundestrainer. In der Tat ist der Fall, dass ein Torhüter die Scheibe mit der Fanghand blockiert, sie aber vom Gegenspieler frei geschlagen wird, bevor der Unparteiische abpfeift, im Regelbuch und den Erläuterungen des Weltverbands IIHF nicht explizit aufgeführt.

Hinzu kommt, dass die Szene aus den verschiedenen TV-Kameraperspektiven nicht eindeutig zu erkennen war. Mit einer „Challenge“, die durch die Videobilder nicht zu belegen ist, hätte Kreis eine Strafzeit riskiert. Das hätte fünf Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit den Punktgewinn noch in Gefahr gebracht.

Zuvor zeigte sich das DEB-Team aber stark verbessert, kam perfekt in die Partie: Kapitän Moritz Seider sorgte mit einem platzierten Schuss nach Zuspiel von Joshua Samanski und Frederik Tiffels für das frühe 1:0 nach nur 60 Sekunden.

Dann lief alles wie gehabt: ein einmal mehr verschuldetes Gegentor. Münchens Fabio Wagner konnte die Scheibe vor dem eigenen Tor nicht klären, Isaac Howard bedankte sich (15.). Und beim 2:1 drückten und stocherten sich die US-Amerikaner zum Ausgleich.

Im Gegensatz zum Schweiz-Spiel, als Deutschland auseinanderbrach, zeigte die DEB-Auswahl eine gute Reaktion. Ein Treffer von Kai Wissmann wurde wegen vorherigen Abseits noch aberkannt (27.). Drei Minuten später sorgte Frederik Tiffels doch für den Ausgleich. Der Berliner traf an seinem 31. Geburtstag zum zweiten Mal im Turnier. Für die erneute Führung sorgte Marc Michaelis nach perfektem Zuspiel von Alexander Ehl (33.). Das Kreis-Team zeigte sich deutlich selbstbewusster – und das nimmt es in die letzten drei Vorrundenspiele mit.

Mit drei Siegen am Freitag (16.20 Uhr) gegen Ungarn, am Samstag gegen Österreich und am Montag (beide 20.20 Uhr/alle ProSieben und MagentaTV) gegen Großbritannien könnten sie die K.o.-Runde doch noch erreichen – bei etwas Schützenhilfe.

Stürmer Daniel Fischbuch wird dabei nicht mehr helfen können. Der Angreifer reiste am Donnerstag mit einem im USA-Spiel erlittenen Handbruch ab.SID

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