Optisch aufgewertet: Der neue Totopokal. © Zink/IMAGO
München – Das Trostpflaster ist 3,6 Kilo schwer, 48 Zentimeter hoch und aus edlem Sterling-Silber gefertigt. Der Totopokal, den die Löwen am Samstag gewinnen wollen, erinnert nicht zufällig an seinen großen Bruder, den goldenen DFB-Pokal. Hergestellt von derselben Manufaktur – Koch & Bergfeld – und für einen ähnlichen Zweck: Wer ihn hochstemmt, rettet oft eine Saison. Genau das ist der Antrieb des TSV 1860. Die enttäuschende Punkterunde könnte durch den Gewinn des Landespokals zumindest versöhnlich enden. Finalgegner und Gastgeber sind die Würzburger Kickers (16.30 Uhr, ARD).
Für die Aussicht auf einen Titel verschieben die Löwen sogar bereitwillig ihren Urlaub. „Ich spiele gerne eine Woche länger, wenn ich danach Silberware in der Hand halte“, sagt Keeper Thomas Dähne. Auch Markus Kauczinski hofft auf ein Saison-Happyend. Bislang gewann 1860 den Totopokal erst einmal – im Corona-Sommer 2020, ebenfalls gegen Würzburg (4:1 im Elfmeterschießen). „Die Vorfreude steigt mit jedem Tag“, sagt der Coach. „Ich freue mich auf eine tolle Kulisse und auf ein Spiel, in dem es um einen Titel geht.“
Kauczinski kündigte früh an, mit seiner „besten verfügbaren Mannschaft“ antreten zu wollen. Vor Dähnes Tor wird es allerdings personell eng: Die etatmäßigen Abwehrchefs Jesper Verlaat und Niklas Reinthaler fehlen verletzt, ebenso Dauerbrenner Siemen Voet nach einer Operation. Auch im Mittelfeld fallen etliche Leistungsträger aus – und in Kevin Volland und Florian Niederlechner die beiden Sturmpromis. „Trotz der vielen Verletzten werden wir das Beste auf den Platz bringen, was aktuell möglich ist“, sagt Kauczinski.
Bis zu 5000 Löwen-Fans werden mit nach Würzburg reisen, der Gegner ist gut drauf. Vier Siege in Folge, alle mit vier oder mehr Toren. Als die Kickers letztmals verloren, lag noch Schnee: 0:1 gegen Tabellenführer Nürnberg II (27. Februar). Seit dem Sieg gegen Haching am 9. Mai (4:0) steht fest, dass Würzburg als bayerischer Amateurmeister im DFB-Pokal startet. Noch wichtiger für die Kickers: die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation (28. Mai und 1. Juni gegen Lok Leipzig).
So einen Lauf hat 1860 nicht zu bieten. In der Liga gelang den Löwen nur ein Sieg seit Mitte März. Immerhin steht die Qualifikation für den DFB-Pokal bereits fest – der Dank gilt den Kickers. Den Titel wollen die Löwen trotzdem holen: als emotionalen Höhepunkt vor der Sommerpause. „Wir gehen als Favorit ins Finale und wollen es gewinnen“, sagt Dähne. „Das ist unser Ziel.“ULI KELLNER