Dreierpflicht auch gegen Österreich

von Redaktion

Viertelfinale bei WM weiter in Reichweite – Verteidiger-Hattrick von Gawanke

Bleibt im Rennen: das deutsche Team mit Nico Krämmer (l.). © CLAUDIO THOMA/EPA

Zürich/München – Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bleibt bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz im Wettbewerb um einen Viertelfinalplatz. Im fünften Vorrunden-Match fuhr sie den ersten Dreier ein. Klar, Ungarn war ein Gegner, den zu besiegen Pflicht war. Sie wurde weitgehend überzeugend erledigt – mit einem 6:2 (2:0, 2:0, 2:2).

Somit haben die Deutschen am Samstagabend (20.20 Uhr, Pro 7 und MagentaSport) ein Schlüsselspiel vor sich: gegen Österreich. Die Aufgabe ist klar: Es muss gewonnen werden, glatt nach 60 Minuten. Schon wenn ein Punkt an den Nachbarn geht, würde dieser von der deutschen Mannschaft nicht mehr einzuholen sein. Auf andere Konstellationen sollte man gar nicht erst hoffen.

Österreich hatte einen erfolgreichen Start in dieses WM-Turnier, aber auch den körperlich forderndsten. „Vier Spiele in fünf Tagen, das gibt es in keinem anderen Sport – und wir sind hier auch die Einzigen“, beklagte Trainer Roger Bader die Termindichte. Nach neun Punkten aus den ersten drei Begegnungen war klar, dass man sich der Schweiz würde beugen müssen. Bader wies seine Leute an, „das Spiel zu genießen“ – es wurde ein 0:9. Aber danach hatten die Österreicher zwei Tage für die Regeneration.

Roger Bader ist übrigens ein Lokalmatador in Zürich. Der Trainer der Österreicher ist Schweizer, seine Wohnung nur ein paar Autominuten von der Swiss Life Arena entfernt. Der 61-Jährige sagt: „Zum ersten Mal hat meine Mutter ein Spiel von mir sehen können.“ Bader arbeitet in Österreich mit Erfolg, voriges Jahr erreichte man das Viertelfinale der WM. Und diese Zielsetzung bietet sich auch in Zürich an. Bader treibt die Entwicklung seiner Mannschaft voran, so hat er mit einer Gewohnheit gebrochen: „Die vierte Reihe besteht dem Klischee nach aus drei Fleischbergen, die alles checken, was sich in den Weg stellt. Ich habe eine vierte Reihe gebaut, in der die Spieler Skills haben.“ Die Deutschen sollen sich also darauf gefasst machen, dass Gefahr droht, wenn nicht die nominellen Topcracks auf dem Eis sind.#

Bei der Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis ist es allerdings auch so, dass die hinteren Reihen zum Spiel beitragen. Gegen die USA hatte der Coach begonnen, die Eiszeiten gleichmäßiger zu verteilen, und gegen Ungarn kam der Druck, der sich in einer Torschussbilanz von 37:12 äußerte, vom gesamten Team.

Das Spiel wurde von deutscher Unnachgiebigkeit geprägt. Drei Treffer fielen in den Schlussminuten der Drittel. Leon Gawanke verwertete ein Powerplay 24 Sekunden vor der ersten Sirene, Lukas Reichel und Samuel Dove-McFalls trafen in der 40. Minute gegen sich verschanzende Ungarn. Gawanke traf noch ein zweites und drittes Mal (42., 50. – ein Hattrick), das 1:0 hatte Eric Mik erzielt (9.). Vier Treffer von Verteidigern also.

Harold Kreis nahm zweimal eine Coach‘s Challenge. Ein Gegentor wurde nach von der DEB-Bank beantragter Videoüberprüfung (Torhüterbehinderung) annulliert, ein zweites (Abseits) nicht.GÜNTER KLEIN

Artikel 1 von 11