München/Gizeh – Das Giganten-Duell zwischen Oleksandr Uzyk und Rico Verhoeven am Samstag in Gizeh – für einen Münchner Boxer wird es die Nacht seines Lebens! Alem Begic, in Giesing geborener Supermittelgewichtler, kämpft beim „Glory in Gizeh“ (ab 17 Uhr, DAZN) um den WM-Titel der WBO – und zwar direkt vor dem Hauptkampf.
„Das ist total verrückt. Bei meinem letzten Kampf vor einem Jahr waren ein paar Hundert Zuschauer im Stanglwirt in Kitzbühel. Und diesmal schauen mehrere Millionen auf der ganzen Welt zu! Wahnsinn!“, sagt Begic (Bilanz: 29-0-1).
Dabei ist der 39-Jährige nicht einmal ein vollständiger Profi. In den letzten 19 Monaten hat er nur einen einzigen Kampf bestritten – leben kann man davon nicht. Hauptberuflich arbeitet er als Architekt in München. Jetzt der Sprung auf die größte Boxbühne der Welt – mit der Aussicht auf die Börse seines Lebens.
Doch wie schafft es ein unbekannter Halb-Profi zu diesem Multi-Millionen-Dollar-Event? Der bisherige Champion im Supermittelgewicht, Superstar Canelo Alvarez, verlor seine Titel im September 2025 gegen Terence Crawford. Der wiederum trat danach zurück, die Gürtel wurden frei. Also verpflichtete der neue starke Mann im Welt-Boxen, der milliardenschwere Veranstalter des Glory in Gizeh, Turki Al-Sheikh, seinen Lieblingsboxer Hamzah Sheeraz, damit der um diesen Titel kämpft.
Drei potenzielle Gegner sagten ab, dann kam Alem Begic ins Spiel: ein amtierender Weltmeister, auf den ersten Blick aber schlagbar. „Alem ist natürlich der krasseste Außenseiter, den man sich vorstellen kann. Immerhin ist Sheeraz die Nummer zwei der Welt“, sagt Begics ehemaliger Trainer Andreas Selak, der die Kämpfe am Samstag für den Streamingdienst DAZN kommentieren wird.
Außenseiter – klar. Aber jeder weiß: Im Boxen ist alles möglich.JAN JANSSEN