Disqualifikation nach Kopfstoß

von Redaktion

Italiener vom Giro ausgeschlossen

Mailand – Es war der große Aufreger der 15., Etappe des Giro d`Italia, der sogar den Coup von Ausreißer Fredrik Dversnes Lavik zur Nebensache machte. Auf dem Weg ins Ziel brachte der Italiener Enrico Zanoncello mit einem Kopfstoß den Kollegen Robert Donaldson zu Fall. Die Rennjury sanktionierte den 28-Jährigen und schloss ihn von der Italien Rundfahrt aus.

Donaldson kam nach der herbeigeführten Kolission heftig zu Fall und schlitterte mehrere Meter über den Asphalt. Doch die Sache endete glimpflich. Der 24-jährige Brite gab später selbst via Instagram Entwarnung. „Mir geht es gut, irgendwie“, schrieb Donaldson.

Zanoncello wurde nicht nur aus dem Rennen genommen – die Regelhüter brummten dem Fahrer vom Team Bardiani-CSF eine Verwarnung und eine Geldstrafe in Höhe von 500 Schweizer Franken (ca. 550 Euro) auf und 13 Strafpunkte auf. Disqualifikationen sind im Radsport abseits von positiven Dopingfällen denkbar selten.

Der Vorfall war umso überraschender als die Rennleitung zuvor nicht zuletzt auf Betreiben von Maglia-Rosa-Träger Jonas Vingegaard beschloss, den Abschnitt ab der vorletzten Zieldurchfahrt in Mailand aus Sicherheitsgründen zu neutralisieren. Die Favoriten auf das Gesamtklassement zogen sich entsprechend auf den letzten Kilometern zurück.

„Als Fahrer können wir froh sein, dass man uns zugehört hat, und ich möchte den Organisatoren danken“, sagte Vingegaard im Ziel am Rai-Mikrofon: „Natürlich haben wir uns im Peloton darüber ausgetauscht. Wäre ich der einzige gewesen, der so empfunden hätte, wäre die Situation eine andere gewesen. Aber ich spürte, dass alle derselben Ansicht waren. Daher hatte ich das Gefühl, eine gewisse Verantwortung auf meinen Schultern zu tragen.“

Vingegaard hatte am Samstag bei der schweren Bergetappe im Aosta-Tal das Rosa Trikot übernommen und fährt souverän dem Gesamtsieg entgegen.

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