Damals im Austausch: Nübel und Neuer im April. © Imago
München – Manchmal sagen Bilder tatsächlich mehr als tausend Worte. Und wer im Rahmen der Siegerehrung nach dem 3:0 (0:0) des FC Bayern im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart einen Blick auf Alexander Nübel und/oder Manuel Neuer riskierte, bemerkte eine fröstelnde Atmosphäre. Man wurde das Gefühl nicht los, dass sich beide aus dem Weg gehen. Dabei hatten sie beim jüngsten Bundesliga-Aufeinandertreffen im April nach Abpfiff noch einen angeregten Austausch gepflegt. Zu diesem Zeitpunkt wusste Nübel allerdings noch nicht, dass Neuer noch ein Jahr in München dranhängt und sogar sein DFB-Comeback für die WM in die USA, Kanada und Mexiko gibt.
Für den Bayern-Leihspieler in Diensten des VfB haben die Neuer-Entscheidungen krasse Auswirkungen auf seinen weiteren Karriereverlauf: Zur WM fährt er hinter Neuer und Oliver Baumann nur noch als Nummer drei – und im Clubfußball muss er sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Sowohl die Münchner als auch die Stuttgarter haben keine Verwendung mehr für den 29-jährigen Schlussmann. Während die Schwaben auf den nach Paderborn verliehenen Dennis Seimen (20) setzen, gehört an der Säbener Straße Jonas Urbig zu Zukunft (22), den der mehrmalige Welttorhüter vollumfänglich anlernt. Dieses Szenario hätte sich damals auch der einstige Sportvorstand Hasan Salihamidzic gewünscht, der Nübel im Januar 2020 ablösefrei nach München transferiert hatte.
Doch die Rechnung ging nicht auf, wie Brazzo nun im „Doppelpass“ verriet: „Zwischenmenschlich hat es zwischen den beiden nicht gefunkt. Neuer und Nübel haben sich nicht verstanden, und Manuel hat auch keine Spiele abgegeben. Deswegen war das für Alex unbefriedigend.“ Insgesamt absolvierte der Torhüter damals lediglich vier Pflichtspiele für die Bayern.
Mit einem fürstlichen Gehalt von geschätzt elf Millionen Euro pro Jahr gilt die finanzstarke Premier League nun als möglicher Abnehmer für den Nationalkeeper. Angeblich ist Newcastle United auf der Suche nach einem neuen Keeper. Das würde Bayern entgegenkommen: Die Münchner könnten Nübel mit Wunschspieler Anthony Gordon verrechnen und somit die 80-Millionen-Ablöse drücken.BOK, HLR