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von Redaktion

1860 verschenkt Totopokal in Würzburg im Elfmeterschießen

Würzburg/München – Es gibt sie doch noch, die Konstante beim ansonsten so wankelmütigen TSV 1860: Ex-Spieler der Löwen laufen gegen die Sechzger traditionell zur Höchstform auf. Beispiel gefällig? Im Totopokal-Finale am Samstag führte 1860 bis zur 91. Minute mit 1:0 bei den Würzburger Kickers. Dann traf mit Tarsis Bonga ein ehemaliger Löwe zum (längst überfälligen) 1:1-Ausgleich. Anschließend schwang sich Johan Hipper im Elfmeterschießen mit seiner Parade gegen Patrick Hobsch zum großen Helden auf. Hipper, da klingelt doch etwas? Richtig, der Keeper trug zwischen 2017 und 2019 ebenfalls das Sechzig-Trikot.

Hippers Pendant auf der anderen Seite, Thomas Dähne, war weniger erfolgreich im Elfmeterschießen, konnte keinen Schuss der Würzburger Regionalligisten entschärfen. Seine Mitspieler hätten den Titel des bayerischen Amateurmeisters aber auch alles andere als verdient gehabt. „Es ist eine Mischung aus maßlos enttäuscht und einfach stinksauer. Wir waren heute der Drittligist. Ich finde, das haben wir in der ersten Halbzeit gezeigt. In der zweiten Hälfte war es so, als hätten wir vor der Schlange Angst“, platzte Dähne bei „BR24Sport“ nach dem Abpfiff der Kragen.

Wie so oft zuletzt gelang es 1860 nicht, über 90 Minuten konzentriert zu Werke zu gehen. Vor dem Seitenwechsel war das durchaus ansehnlich, was die arg ersatzgeschwächte Löwenmannschaft ihren 5000 mitgereisten Fans präsentierte. Sigurd Haugen – Sechzigs bester Feldspieler – ließ nach einer halben Stunde die riesige Chance zur Führung liegen, scheiterte frei vor Hipper. Wenige Minuten später machte es der Norweger besser und schloss eine Kombination über Marvin Rittmüller und Justin Steinkötter per Kopf zum 1:0 ab.

Um ein Haar hätte 1860 kurz nach dem Seitenwechsel durch Steinkötter nachgelegt, doch sein Schuss wurde hinter dem bereits geschlagenen Hipper auf der Linie geklärt. Die Kickers legten im weiteren Verlauf den Respekt vor dem Drittligisten ab, wurden von Minute zu Minute gefährlicher. Sechzig gingen die Körner aus und Dähne rückte mehr und mehr in den Fokus. Mit einem abgefälschten Schuss bestrafte Bonga die Löwen schließlich für ihre Passivität, das späte 1:1 (91.).

Nachdem Haugen und Rittmüller noch cool geblieben waren vom Punkt, vergaben nacheinander Patrick Hobsch und Kilian Jakob. Liam Omore hingegen verwandelte den ersten Würzburger Matchball, der Jubel in Rot kannte keine Grenzen. Der Tiefpunkt einer Löwensaison, die sich spätestens ab dem Frühjahr wie ein absoluter Horrorfilm anfühlte. In fünf Wochen (28. Juni) versammelt 1860-Coach Markus Kauczinski sein Team nach dem Urlaub zum Trainingsauftakt in Giesing. Die Notwendigkeit eines kompletten Neuanfangs könnte größer nicht sein.MARCO BLANCO UCLES

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