Fächer helfen gegen die Hitze. © De Rosa/AFP
Dackel Mishka ist mit nach Paris gereist. © Instagram
Ein Tänzchen nach dem Sieg: Novak Djokovic. © Tesson/EPA
Alexander Zverev nimmt den nächsten Anlauf für einen Grand-Slam-Titel. Der Anfang ist gemacht. © Molter/dpa
Paris – Der Auftakt ist gelungen, das Wetter ideal: Alexander Zverev liebt die drückende Hitze von Paris. Während die vielen Tausend Tennisfans im Sandplatz-Mekka mit Fächern wedeln, unter Strohhüten verschwinden und sich aus kleinen Dosen Wassernebel ins Gesicht sprühen, um irgendwie mit den Temperaturen klarzukommen, genießt der deutsche Topspieler jedes Grad mehr.
„Wenn es die ganze Woche so bleibt, ist es perfekt“, betonte Zverev nach seinem letztlich souveränen 6:3, 6:4, 6:2-Erfolg gegen den Franzosen Benjamin Bonzi. Und das hat neben persönlichen Vorlieben auch ganz praktische, tennisbezogene Gründe: „Mein Aufschlag ist dann effektiver. Meine Vorhand ist dann effektiver, mein ganzes Spiel ist effektiver mit Hitze.“
Auch Eurosport-Experte Boris Becker wertet das derzeitige Klima in der französischen Hauptstadt als positiv für den Olympiasieger von Tokio, der in Abwesenheit von Carlos Alcaraz bei dem Sandplatz-Highlight den ganz großen Coup anpeilt. „Ich glaube, das ist ein Vorteil für Alexander Zverev und vielleicht ein Nachteil für Jannik Sinner“, sagte der 58-Jährige und ergänzte mit Blick auf den Dominatoren aus Südtirol: „Der tut sich mit hohen Temperaturen eigentlich immer schwer.“
Sinner, der erst am Dienstag sein Erstrundenmatch gegen den Franzosen Clément Tabur bestreitet, ist der zuletzt schier unschlagbare Widersacher des Weltranglistendritten aus Hamburg. In der jetzigen Turnierphase aber noch ein ferner Gegner. Zunächst steht am Mittwoch das Duell mit dem Tschechen Tomas Machac an.
Es scheint dieser Tage aber viel zu passen für Zverev, der sicher seine „Riesenchance“ (Becker) ergreifen will, aber nicht verkrampft wirkt. Vielmehr zeigte er gegen Bonzi seine neue Variabilität, die ihm den Weg zu großen Titeln bahnen soll. „Er spielt jetzt auch Serve-and-volley ab und zu“, sagte Becker und lobte zudem die teilweise aggressivere Returnposition: „So spielt er sehr variantenreich und gefährlich.“ Zugleich wird sich Zverev weiter steigern müssen, das ist ihm bewusst.
Zuerst einmal freute er sich auf Dackel Mischka, der ihn wieder begleiten kann. Der Vierbeiner war am Rande des ATP-Turniers in München verunglückt – wovon Zverev nun in Paris berichtete: „Der Volltrottel ist acht Monate alt. Er versteht nicht, warum er im Golfkart sitzen bleiben muss“, sagte der Weltranglistendritte: „Er war angeleint, springt aber aus dem Golfkart heraus, während es noch fährt, und bricht sich vier Knochen. Und er bricht sich beide Hüften.“
Nun geht es Mischka wieder besser und Zverev kann sich voll auf seinen Job konzentrieren: Er will in Paris mit Nachdruck angreifen.
Nach Rekord: Djokovic schwingt das Tanzbein
Wie auch Novak Djokovic. Der Rekord-Grand-Slam-Champion hat einen weiteren Bestwert aufgestellt. Zwei Tage nach seinem 39. Geburtstag bestritt er seine insgesamt 82. Einzel-Teilnahme auf der Grand-Slam-Bühne. Dabei gewann er 24 Titel und ist noch nie in der ersten Runde ausgeschieden. Bei seinem Rekordmatch hatte der Serbe mit dem Franzosen Giovanni Mpetshi Perricard anfangs noch Probleme, er setzte sich aber schließlich mit 5:7, 7:5, 6:1, 6:4 durch. Nach dem verwandelten Matchball sorgte Djokovic mit einer Tanzeinlage für Jubel bei den Zuschauern.SID