Nun ist aber wirklich Schluss. 95 Tage, bevor die Bundesliga Ende August wieder den Ball rollen lässt, steht die Besetzung für die 64. Spielzeit des deutschen Oberhauses fest. In Paderborn herrscht nach der gewonnenen Relegation noch Ekstase, während der neue Anti-Abstiegs-Held Dieter Hecking in Wolfsburg die Tränen trocknet. Wenn nach 29 Jahren dauernder Liga-Zugehörigkeit der Abstieg steht, ist das schon ein Einschnitt für alle Gewohnheitstiere (nicht nur für die wenigen eingefleischten VfL-Fans im Land). Und trotzdem – oder gerade deswegen? – gibt es genug Grund für Vorfreude auf die neue Saison. Frischer Wind – und einige Besonderheiten.
Mal ehrlich: Wer hätte schon gewusst, dass erstmals seit neun Jahren nach dem Aufstieg von Schalke 04 zehn Mannschaften der sogenannten „Ewigen Tabelle“ wieder gemeinsam ganz oben spielen? Dass das erste Mal seit 1992/93 ein Verein aus dem Saarland vertreten ist, dafür keiner aus Niedersachsen und gleich sechs aus NRW? Außerdem besonders: dass in Paderborn, Elversberg und Schalke alle drei Zweitliga-Aufsteiger an den Start gehen, bisher gab es das erst viermal. Alles schönes Stammtisch-Fachwissen, kommt genauso gut an wie die bereits herausposaunten Standard-„Wir freuen uns auf die Bayern“- Sprüche der Neulinge.
Crashkurs für Einsteiger: Alle freuen sich auf die Bayern, die wenigsten (2025/26 genau der FC Augsburg) werden es schaffen, sie zu schlagen. Aber auch wenn Spannung ganz oben aller Voraussicht nach eine Illusion bleiben wird, könnte der frische Wind von unten der Liga guttun. Schalke muss dafür nur Schalke sein, der Steiger kommt immer gut an. Aber auf Elversberg und Paderborn lohnt sich ein besonderer Blick.
Beide werden es schwer haben, keine Eintagsfliege zu werden bzw. den erneut sofortigen Wiederabstieg zu verhindern. Aber dass beide den Weg nach oben durch einen jeweils klaren Plan eines jungen deutschen Trainers geschafft haben, ist schon mal ein guter Anfang. Vincent Wagner (40) und Ralf Kettemann (39) sind die Namen, die man sich merken sollte. Also: 95 Tage – und mindestens 34 Spieltage mehr.