Brauchen Lösungen: Geschäftsführer Paula (li.) & Präsident Mang. © Imago
München – Partyhüte auf, die Löwen-Meisterschaft jährt sich am morgigen Donnerstag zum 60. Mal. Es hätte so schön sein können, Fredi Heiß, Bernd Patzke und Co. gebührend feiern zu können, ohne mit dem Kopf woanders zu sein. Doch Sechzig wäre nicht Sechzig, wenn es abseits des Rasens mal nicht knallen würde. Wie am Dienstag durch die „BILD“ bekannt wurde, bleiben 1860 nur noch sieben Tage Zeit, um den erneuten Absturz in die Regionalliga Bayern zu vermeiden. Ja, richtig gelesen. Wie das Blatt berichtet, fehlen dem Deutschen Meister von 1966 derzeit 2,7 Millionen Euro, um die Auflagen für die Drittliga-Lizenz der Saison 2026/27 zu erfüllen. Stichtag ist der 3. Juni, 12 Uhr. Bis dahin muss die Liquidität beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nachgewiesen werden.
Dass es bei den Löwen hinter den Kulissen brodelt, war bekannt. So bekam die tz aus dem Führungskreis der Sechzger vergangene Woche zu hören: „Bei uns brennt die Hütte!“ Das liegt natürlich daran, dass der Mann, der in den vergangenen Jahren das strukturelle Defizit immer wieder ausgeglichen hat, die Lust an 1860 verloren hat: Hasan Ismaik. Der Jordanier möchte seine Anteile weiterhin verkaufen. Doch was Ismaik klar ist: Gleicht er das Defizit nicht aus, dürften die Sechzger als Regionalligist kaum im Wert steigen. Die Finanzlücke in diesem Sommer war den Verantwortlichen übrigens bekannt, wurde sie bei der Etatplanung der vergangenen Saison eingeplant. Erst durch eine Etaterhöhung konnten damals Unterschiedsspieler wie Sigurd Haugen verpflichtet werden.
1860 könnte jetzt versuchen, über ein Darlehen (wofür die Ismaik-Seite jedoch zustimmen müsste) die Lizenzunterlagen zu erhalten. Das jedoch könnte einen Punktabzug durch den DFB für die kommende Saison nach sich ziehen, da die Vereine die Fremdkapitalquote senken und nicht ansteigen lassen sollen. Der DFB erklärte auf unsere Anfrage: „Der DFB äußert sich weder zu Spekulationen noch zu einzelnen Clubs in einem laufenden Zulassungsverfahren der 3. Liga.“ Klar ist: Müssen die Löwen nach 2017 zum zweiten Mal in neun Jahren zwangsabsteigen, wäre Havelse als Tabellen-17. der 3. Liga gerettet.
Weder die Ismaik-Seite noch Präsident Gernot Mang oder die Pressestelle der KGaA wollten sich Stand Dienstagnachmittag zum Sachverhalt äußern.KELLNER/BLANCO UCLES