Die Golf-Stars in Kitzbühel

von Redaktion

DP World Tour macht erstmals Station in Tirol – neue Anlage und Clubhaus hergerichtet

Sepp Straka. © AFP

Kitzbühel – Ein gewisses Selbstverständnis bringen sie schon mit in Kitzbühel. Sogar Guido Hinterseer muss ein wenig schmunzeln, wenn er sagt: „Wir bezeichnen uns ja als die legendärste Sportstadt der Alpen.“ Logisch, dass auch er dieses starke Gen in sich trägt. Der Manager im Golfclub Schwarzsee-Reith ist ein Kitzbüheler Original.

Und es ist schon was dran: Die Tiroler haben die „Streif“, das schillerndste Skirennen im Weltcupzirkus am Hahnenkamm. Sie haben zudem ihr Tennis-ATP-Turnier. Das garantiert jährlich ein starkes Teilnehmerfeld. Sie haben viele andere Sport- und Charity-Events. Und jetzt kommt noch ein Glanzlicht hinzu: ein Profi-Golfturnier auf Europas größter Bühne, der DP World Tour. Vom 28. bis 31. Mai macht der Tross erstmals Station in Tirol. Zwei Stunden entfernt von München, wo fünf Wochen später die BMW International Open in Eichenried als deutscher Höhepunkt stattfinden.

Dass ausgerechnet der Luxus-Skiort in Tirol zum Zuge kommt, hat die Macher vor Ort selbst überrascht. „Eigentlich haben alle an Uderns gedacht“, räumt Hinterseer ein. Damals, als vor drei Jahren über die Rückkehr eines DP-World-Tour-Turniers nach Österreich gesprochen wurde. Möglich wurde das überhaupt erst, weil die Porsche European Open, die zuletzt in Deutschland südlich von Hamburg ausgetragen worden waren, die Lizenz zurückgaben. Das Unternehmen Golfenterprises schlug zu. Der Deal: Das Turnier findet in Österreich mit alternierendem Standort statt: einmal im Land Salzburg – dort gab es 2025 die Premiere auf Gut Altentann bei Salzburg –, im nächsten Jahr dann in Tirol. Weil eben die Tourismusorganisationen den Geldbeutel öffnen, für die Austrian Alpine Open kräftig mitzahlen. Mit dem Golfclub im Zillertal kam es aber nicht zu einer Einigung. Also hoben die Kitzbüheler den Finger. Im November 2024 schauten die Tour-Offiziellen vorbei. Schnell war klar: Mit ein paar Umbauten würde das schon gehen.

In der Frage ließen sich die Tiroler nicht lumpen. Im Sommer 2025 machten sie Nägel mit Köpfen. Acht neue Abschläge sorgten für eine Verlängerung des Platzes, ein paar Bunker, vor allem aber auch eine eigene Driving Range unweit des zentralen Spielerhotels in Reith. „Kitzbühel-Tourismus besitzt dort eine Wiese, die haben wir hergerichtet“, bestätigt Hinterseer.

400 Meter lang – so ein bisserl Dekadenz muss eben sein. Auch das Clubhaus erhielt eine komplette Frischzellenkur, der Platz wurde für den Tour-Auftritt umgedreht. Die neunte Bahn ist nun das Schlussloch 18. Um ein bisserl Spektakel zu generieren, bauen die Veranstalter ein Stadion aus Tribünen um das Par 3 auf.

Sportlich sticht ein Name heraus: Sepp Straka. Österreichs Golf-Ikone, der auf der US-Tour zu Hause ist und auch in den Staaten lebt. Die Premiere 2025 verpasste er noch, heuer ist der 32-Jährige Wiener dabei. Wie zwölf andere Österreicher. Aber auch aus Deutschland sind die Top-Namen der European Tour dabei.

Freddy Schott etwa, der heuer in Bahrain schon gewonnen hat. Oder Nicolai von Dellingshausen, der nicht weniger als der Titelverteidiger bei den Austrian Alpine Open ist. Marcel Siem und Marcel Schneider – im vergangenen Jahr Zweiter – runden das schwarz-rot-goldene Spitzenfeld ab. „Straka überstrahlt jetzt mal alles, aber es ist schon auch wichtig für uns, dass auch die deutschen Zugpferde dabei sind“, sagt Hinterseer. Denn so groß die Golf-Gemeinde in Österreich ist, Fans aus dem Nachbarland sind auch willkommen. Wenn da nicht die Brenner-Sperre am 30. Mai, dem Turnier-Samstag, wäre. Die dürfte den Veranstaltern gar nicht schmecken.CHRISTIAN FELLNER

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