ZUM TAGE

Die Nation lacht mal wieder über 1860

von Redaktion

Löwen versinken im Chaos

Als im Herbst 2025 die Löwen-Doku „Rise & Fall“ im „BR“ erschien, schrieb mir ein Bekannter: „Wahnsinn, wie viel Glück wir hatten, dass wir 2017 nicht noch weiter in der Versenkung verschwunden sind.“ Der Fakt, dass 1860-Ikone Daniel Bierofka nach dem Doppel-Abstieg das Kunststück gelang, Sechzig nach nur einem Jahr wieder aus den Niederungen der Regionalliga zu holen, ist dem 47-Jährigen gar nicht hoch genug anzurechnen. Das Konstrukt 1860 hat sich jedoch seit dem „schwarzen Freitag“ 2017, der den Zwangsabstieg besiegelte, nicht wirklich weiterentwickelt. Noch immer ist Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik an Bord, noch immer wird er von vielen Fans mit wüsten Beschimpfungen bedacht, noch immer ist ein Miteinander nicht zu erkennen. Ismaik will seine Anteile verkaufen, findet jedoch keinen Abnehmer. Das mangelnde Interesse des Jordaniers an den Löwen, gepaart mit kostspieligen Personalentscheidungen der jüngeren Vergangenheit (Mueller, Werner) haben den Verein Ende Mai 2026 mal wieder in eine dramatische Situation manövriert. Kurzfassung: Ismaik will das jährlich entstehende Defizit nicht mehr (oder nur, wenn seine Bedingungen erfüllt werden) ausgleichen, 1860 fehlen plötzlich 2,7 Millionen Euro, um überhaupt weiter im Profifußball existieren zu können. Kein (schlechter) Scherz: Nur neun Jahre nach dem „schwarzen Freitag“ droht am 3. Juni der „schwarze Mittwoch“. 1860 könnte kommenden Mittwoch, 17.01 Uhr, Regionalligist sein. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich die Nachricht am Dienstag wie ein Lauffeuer. Seitdem werden Hohn, Spott und eine Prise Mitleid über Sechzig ausgeschüttet. „Sperrt’s den Laden zu“ oder „Mei, typisch Sechzig eben“ ist zu lesen. Die Löwen (und zwar alle Beteiligten!) haben es wieder einmal geschafft, zur Lachnummer in Fußball-Deutschland zu werden. Den Verantwortlichen bleiben noch sechs Tage, um nicht endgültig als notorischer Chaosclub in die deutsche Fußball-Geschichte einzugehen. Wer weiß, ob sich die Löwen von dieser Klatsche noch einmal erholen können. Eines ist klar: Bierofka kann dieses Mal nicht helfen.

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