FRENCH OPEN

Der Dominator ist gefallen

von Redaktion

Sinner fällt der Hitze zum Opfer – Zverev beeindruckt Experten und Kritiker

Weg frei? Zverev ist jetzt der große Favorit. © Ena/dpa

Sinner stützte sich immer wieder auf seinen Schläger.

Juan Manuel Cerúndolo bezwang Sinner. © Baucher/Imago

Völlig erschöpft: Jannik Sinner versucht sich mit allen Mitteln abzukühlen. Am Ende siegte die Hitze von Paris gegen den Weltranglistenersten. © Jocard/AFP (2)

Paris – Drama in der Pariser Hitze, der Topfavorit ist raus: Jannik Sinner ist bei den French Open in Paris auf dramatische Weise ausgeschieden. Der viermalige Grand-Slam-Sieger aus Südtirol litt ab dem dritten Satz seines Zweitrundenduells mit dem Argentinier Juan Manuel Cerúndolo bei Temperaturen von über 30 Grad unter großen körperlichen Problemen. Der 24-jährige Weltranglistenerste, der sich in den vergangenen Wochen als scheinbar unbezwingbar präsentiert hatte, verlor 6:3, 6:2, 5:7, 1:6, 1:6.

„Natürlich ist das hart für ihn. Ich hatte viel Glück“, sagte Cerúndolo, der mit seinem Überraschungssieg fast ein wenig überfordert wirkte: „Er tut mir leid, er hätte es verdient gehabt und ich hoffe, es geht ihm bald besser.“

Sinner hatte in den vergangenen Jahren immer wieder bei hohen Temperaturen mit seinem Körper zu kämpfen gehabt. Gegen Cerúndolo sah es zunächst so aus, als würden diese Sinner diesmal nichts anhaben können. Gegen Ende des dritten Satzes jedoch schien der Südtiroler plötzlich Probleme zu bekommen, immer wieder suchte die Nummer eins der Welt den spärlichen Schatten auf dem Court Philippe-Chatrier, er dehnte mehrfach seine Muskulatur.

Beim Stand von 6:3, 6:2, 5:4 für Sinner konnte er dann erstmals nicht mehr weiterspielen und nahm eine medizinische Auszeit. Dabei gab er an, dass ihm „schwindelig“ sei.

Auch nach einer weiteren Pause sah Sinner nicht gut aus. Im vierten Satz musste er sich beinahe auf dem Court übergeben. Immer wieder stützte er sich zudem auf seinem Schläger ab. Es half nichts: Nach insgesamt drei Stunden war auch der vierte Satz verloren. Sinner kämpfte verbissen – doch sein Körper ließ ihn auch im Anschluss im Stich.

Der Italiener war als absoluter Topfavorit auf den Titel nach Paris gereist. 2025 bremste ihn erst Carlos Alcaraz in einem epischen Finale aus – der Spanier fehlt in diesem Jahr verletzungsbedingt. Einer seiner größten Rivalen in diesem Jahr war Alexander Zverev, dessen Chancen auf einen ersten Grand-Slam-Titel nun deutlich besser erscheinen.

Dem Hamburger scheint die Pariser Hitze weniger auszumachen. Zverev setzte sich am Mittwochabend mit phasenweise glänzendem Tennis mit 6:4, 6:2, 6:2 gegen den zum Ende angeschlagenen Tschechen Tomas Machac. Im Anschluss schnappte er sich den kleinen grünen Anstecker für den Drittrundeneinzug mit einem zufriedenen Lachen. Nach einem genaueren Blick auf den Pin sagte er vielsagend: „Dritte Runde – ich hoffe, wir haben noch vier vor uns.“

Das Selbstbewusstsein des deutschen Topspielers wächst dieser Tage spürbar in Paris. „Ich bin zufrieden, wo ich gerade stehe und muss an mein Spiel glauben“, sagte der 29-Jährige nach dem nächsten Signal an die Konkurrenz.

Experten wie der sechsmalige Grand-Slam-Sieger Boris Becker und der dreimalige French-Open-Champion Mats Wilander zeigen sich durchaus beeindruckt. „Für mich ist es sein Returnverhalten. Das ist jetzt deutlich besser, als es früher war“, sagte Becker bei Eurosport. Zverev, der am Freitag auf den Franzosen Quentin Halys trifft, fühlt sich mit seinem veränderten Spiel bei brütender Hitze auf der roten Asche von Paris pudelwohl.

Für Barbara Rittner sei er jetzt „natürlich der absolute Topfavorit“. Ex-Profi Philipp Kohlschreiber warnte jedoch: „Es gibt noch genug Stolpersteine.“ Eins ist klar: Zverev will neben weiteren Pins am Ende auch den Pokal einsammeln.SID

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