Die Null muss stehen

von Redaktion

Aber wie? Tah und Schlotterbeck erklären den Unterschied durch Neuers Rückkehr

Gesetzt in der Abwehr: Nico Schlotterbeck. © Gambarini/dpa

Starke Saison mit Bayern: Jonathan Tah. © Gambarini/dpa

Wieder dabei: Manuel Neuer. © Kappeler/dpa

Herzogenaurach – Es war das bestimmende Thema der letzten Weltmeisterschaften: Wann immer Deutschland ausgeschieden war, stand die Defensive in der Kritik. Gegen Japan fing man sich 2022 zu leichte Kontertore, bei der Vorrunde 2018 ohnehin zu viele Treffer. Und auch dieses Jahr, beim Duell mit der Schweiz (4:3), musste die DFB-Elf drei Gegentore hinnehmen: Wie stabil ist die deutsche Defensive also zwei Wochen vor Turnierbeginn?

Ein Trumpf ist, dass die Viererkette schon seit Monaten feststeht und sich einspielen konnte: „Ich habe mit Jona (Tah) schon einige Spiele gemacht, David (Raum) kenne ich ewig aus der U21 – und Jo (Kimmich) schon ewig aus dem Fernsehen“, sagte Nico Schlotterbeck am Donnerstag mit einem Lachen. Dann schob er ernster nach: „Ein Grundgerüst als Achse ist immer gut. Es ist nicht schlecht zu wissen, wer sein Partner ist – ich kenne Jonas Stärken und er meine. Wenn wir beide unsere Stärken ins Spiel bringen, sind wir ein sehr gutes Duo.“

Und natürlich ist auch ein Faktor, dass Manuel Neuer wieder im Tor steht. Tah erklärte, dass man als Zuschauer gar nicht mitbekomme, wie ehrfürchtig manche Spieler auf den Anblick des mehrfachen Welttorhüters reagieren und womöglich deshalb daneben schießen. „Ich sehe das, wenn junge Menschen mit ihm ein Foto machen: wie sie ihn anschauen. Dieses Gefühl strahlt er auch auf die Mannschaft aus.“

Neuer selbst dürfte außerdem wenig Anpassungsprobleme haben und wohl in jeder Mannschaft ähnlich gut auf der Linie halten. Allerdings ist der Torwart nunmal auch dafür bekannt, weit aus dem eigenen Tor zu stürmen – während Baumann bei gegnerischen Bällen etwas vorsichtiger agiert.

Mit Blick auf Neuers Ausfall beim Testspiel gegen Finnland stellt sich daher die Frage: Was verändert sich für die Viererkette? Und wie soll sie sich an den herauseilenden Neuer anpassen, wenn sie kaum zuvor kaum Spielzeit mit ihm hat? „Beide Torhüter geben mir extrem viel Sicherheit“, erklärte Schlotterbeck dazu. „Und wenn Manu rauskommt, weil ein Stürmer an den Ball käme, hat man schon einen Fehler gemacht. Wir geben die Höhe vor und der Torwart passt sich uns eher an.“ Bei diesem Thema widersprach Tah ihm allerdings: „Manu ist sehr mutig in diesem hohen Stehen. Das ist aber kein Fehler. Manu will uns helfen, damit wir höher stehen können.“ Zur Feinjustierung bleibt aber wenig Zeit. Neuer trainierte am Donnerstag individuell und absolvierte eine Lauf- und Fahrradeinheit.V. TSCHIRPKE, M. BONKE

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