Stolzer Trainer: Glasner mit dem Pokal. © Schwarz/AFP
Jean-Philippe Mateta erzielte den entscheidenden Treffer für Crystal Palace im Finale der Conference League. © Vogel/EPA
„Ein fantastischer Abend“, sagte Oliver Glasner nach seinem „Diver“ durch das Spalier der Mannschaft. © Vogel/EPA
London – Der Diver durch das Spalier seiner Spieler auf dem Leipziger Rasen war für Oliver Glasner so etwas wie der Rutsch bäuchlings in die eigene Zukunft. Eine letzte Party, ein letzter verkaterter Rückflug, ein letztes goodbye – so in etwa sieht die verbleibende Zeit als Trainer des neuen Conference-League-Siegers Crystal Palace aus. „Ich kann schon ganz gut die Sau rauslassen“, kündigte Glasner in der Leipziger Final-Arena an.
Zuvor hatte er Fragen zu seiner Zukunft offen gelassen. Lediglich die Option einer Kehrtwende – also des Verbleibs beim Londoner Club nach dem dritten Titel in zwei Jahren – schloss er kategorisch aus. „Ich habe im Fußball gelernt: Alles, was ich heute sage, ist morgen falsch“, sagte Glasner. Eine Auszeit, ein neuer Club – alles scheint möglich.
Optionen dürfte der Österreicher aufgrund seiner Erfolge wie dem Sieg gegen Rayo Vallecano in der Conference League haben. Ein Gerücht besagt, dass sich bei Bayer Leverkusen etwas anbahnen könnte. Dort steht der Däne Kasper Hjulmand wohl vor der Ablösung und Bayers A-Lösung, Filipe Luís, schließt sich wohl der AS Monaco an.
Laut des sicherlich noch wilder werdenden Spekulations-Markts ist Glasner angeblich auch ein Kandidat bei der AC Milan, wo gerade praktisch die gesamte sportliche Chefebene freigestellt wurde.
Glasner sagt, er habe sich mit der Zeit nach dem Europapokal-Finale noch gar nicht befasst. „Ich hatte keine Lust und keine Energie, mit einem anderen Club zu sprechen“, sagte der 51-Jährige. „Es geht leicht verkatert zurück nach London. Dann heißt es Wohnung räumen und es geht zur Familie“, sagte der frühere Frankfurt-Coach. Mit der Eintracht hatte er 2022 bereits die Europa League gewonnen.
Vor seiner Amtszeit hatte Palace nichts in der Vitrine stehen, nun geht Glasner mit drei Trophäen: Neben dem elf Kilogramm schweren Pokal der Conference League gewann Palace den englischen Pokal sowie den Supercup.DPA