„Im besten Eishockey-Alter“

von Redaktion

„Schillerfalter“ Dominik Kahun zurück in München – Gut genug?

Münchner bis 2018: Dominik Kahun. © Tobias Hase/dpa

München – Eine „Verstärkung in der Spitze“ hatte Christian Winkler, der Sportchef des EHC Red Bull München, auf der Saisonabschlussfeier angekündigt – und jetzt ist sie getätigt: Dominik Kahun kehrt mit 30 zurück zu dem Club, den er 2018 als olympischer Silbermedaillengewinner verlassen hatte, um auf internationale Tour zu gehen. Nach vier Stationen in der NHL (Chicago, Pittsburgh, Buffalo, Edmonton) und zwei in der Schweiz (Bern, Lausanne) ist diese Reise nun zu Ende gegangen. In einer Mitteilung des Vereins spricht der Mittelstürmer von einem „großen und emotionalen Homecoming“ und dass er „hier Wurzeln schlagen“ wolle. Ziel: „Ich will hier wieder einen Pokal in die Luft stemmen.“

Winkler sieht Kahun „im besten Eishockeyalter“. 30 gilt geheimhin noch als „Prime“ einer Karriere. Allerdings: Der offensive Ausstoß hat bei Dominik Kahun nachgelassen. Vor zwei Jahren lieferte er beim SC Bern noch über einen Scorerpunkt pro Spiel ab, in den Saison danach war es nur noch die Hälfte. Das hatte zum einen mit Verletzungen zu tun (zuletzt ein beim Deutschland Cup 2025 erlittener Handbruch), aber auch mit einer veränderten Rolle. „Ich denke – und meine Trainer sagen das auch –, dass mein Spiel kompletter geworden ist. Ich laufe rauf und runter, sehe mich an beiden Enden des Spielfeldes“, sagte er kürzlich in der WM-Vorbereitung mit der deutschen Nationalmannschaft. „Lieber weniger Punkte, aber dafür Titel gewinnen.“

Tatsache ist aber auch, dass es für Kahun im harten Wettbewerb der Schweiz schwer wurde, sich zu behaupten. Der HC Lausanne hatte acht Positionen mit ausländischen Spielern besetzt, eingesetzt werden dürfen nur sechs. Und die finanziell potenten Clubs greifen in ein hohes Regal. Für Dominik Kahun wurde trotz der Wertschätzung seines Trainers Geoff Ward die Luft dünn.

Zu den Schweizer Verehrern von Kahun zählte der seit Jahrzehnten tätige Journalist Klaus Zaugg, der Kahun seiner Spielkunst wegen als „Schillerfalter“ beschrieb. In seiner blumigen Art schränkt Zaugg aber ein: „Wenn es regnet, ist der Falter nass, wenn die Sonne scheint, ist er trocken.“ Soll heißen: Kahun ist keiner, der dem Wetter trotzt.GÜNTER KLEIN

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