Klartext vom Kapitän

von Redaktion

Joshua Kimmich spricht über Deutschlands WM-Chancen

Vollgas: Die Nationalmannschaft um Kapitän Joshua Kimmich weilt aktuell in Herzogenaurach. Die letzte Einstimmung vor dem Flug Richtung USA. © Feil/Imago

München – Aktuell ist die Stimmung rund um die deutsche Nationalmannschaft noch schwer zu greifen: Schließlich ist der DFB der größte Verband der Welt, viermaliger Weltmeister und Deutschland eine der größten Fußballnationen überhaupt. Andererseits tritt die Nationalelf bei der anstehenden Weltmeisterschaft erstmals seit langer Zeit nicht als einer der großen Favoriten an – was auch beim DFB in den vergangenen Wochen immer wieder so kommuniziert wurde.

Schließlich scheinen die Kader von Nationen wie Frankreich oder England qualitativ etwas stärker. Aber ist das ein Grund, schon vor Beginn der WM die Hoffnung auf den Titel aufzugeben? Mitnichten!

Kapitän Joshua Kimmich erklärte zuletzt etwa gegenüber der „Sports Illustrated“: „Es ist völlig uninteressant, ob du vor einem Turnier Favorit bist oder nicht.“ Was der Mittelfeldspieler damit meinte: Wie eine Mannschaft im Vorhinein eingeschätzt wird, beeinflusst nicht zwangsläufig ihr Abschneiden. Die WMs 2018 und 2022, bei denen der DFB jeweils mit einem extrem starken Kader antrat, sind dafür das beste Beispiel.

Weniger sprechen – mehr machen!

Auf der Pressekonferenz am Freitag ergänzte Kimmich dann: „Jeder bei uns im Kader weiß, was wir können und was wir nicht können und was jeder einbringen muss, damit es erfolgreich wird. Das ist ein großes Plus im Vergleich zu den WMs davor. Da haben wir immer das Gefühl gehabt, dass wir besser sind, als wir eigentlich waren“, so der Sechser. „Da haben wir viel über Potenzial gesprochen, es aber nicht auf den Platz gekriegt. Jetzt sollten wir einfach weniger darüber sprechen und dafür mehr machen. Dann können wir auch ein paar Spiele gewinnen.“ Gleichzeitig weiß auch Kimmich, dass andere Top-Nationen der Nationalelf qualitativ etwas voraus sind – vielleicht nicht in der Spitze, aber vor allem in der Breite ihres Starpersonals.

„International hast du gefühlt Spanien, Frankreich, Portugal, die es in den letzten Jahren konstant sehr gut gemacht haben und auch Turniere gewonnen haben. Da sind wir hintendran, auch im direkten Vergleich haben wir zuletzt gegen sie verloren“, erklärte Kimmich und gab gleichzeitig ein Rezept an die Hand, wie es bei der WM trotzdem klappen kann: „Wichtig ist, dass wir ein Mindset haben, dass wir jeden schlagen können. Das ist an einem Tag immer möglich, wir spielen keine Meisterschaft mit 34 Spielen aus. Wir sind in einem Turnier und brauchen das Selbstbewusstsein, dass wir jeden schlagen können – denn das können wir definitiv.“

Zunächst geht es nun am Sonntagabend (20.45 Uhr, ZDF) aber erst mal in Mainz gegen Finnland. Im vorletzten Testspiel vor dem WM-Start will sich die Elf von Julian Nagelsmann einspielen und ein Erfolgserlebnis vor der Abreise in die USA sammeln. Fehlen wird neben Torhüter Manuel Neuer auch Kai Havertz aufgrund des Champions-League-Finals mit Arsenal.

Danach wartet in Chicago noch der letzte Test gegen die USA am 6. Juni, bevor am 14. Juni das erste Gruppenspiel in Houston gegen Curacao ansteht.V. TSCHIRPKE, M. BONKE

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