ZUM TAGE

Longevity-Trend oder Altbekanntes?

von Redaktion

Blick in die WM-Kader

Nun ist auch die Personalie Lionel Messi eine offizielle: Die Nominierung ist erfolgt, bei der WM 2026 wird Argentinien auf seinen Superstar zurückgreifen, Das hätte man damals in der Dezembernacht von Katar nicht gedacht, denn der Titelgewinn 2022 wirkte wie Vollendung und Schlusspunkt einer Karriere. Der seinerzeit 34-jährige und nicht mehr ganz so lauffreudige Messi wurde gefragt: Das war‘s, oder? Er sagte, er wolle noch ein paar Länderspiele machen, eine Art Tour d‘honneur, eine ausgedehnte Ehrenrunde, sich einfach ein wenig feiern lassen. Die Runde dauert mittlerweile länger als eine Welttournee der Rolling Stones.

Die WM in Katar fand vom 18. November bis 18. Dezember 2022 statt, es war die erste und bislang einzige Winter-WM. Gerade die älteren Spieler trumpften in der Wüste auf, vermutlich, weil sie mitten in der Saison mehr Power hatten, als es im Juni, Juli der Fall gewesen wäre. Es waren von Katar aus dann nur eineinhalb Jahre bis zum nächsten Höhepunkt, den kontinentalen Meisterschaften. EM geht dann auch noch, dachten sich Cristiano Ronaldo (Portugal) und Luka Modric (Kroatien), die weiteren Altstars. Ja, EM ging – und jetzt nochmals eine WM. Ronaldo ist 41, Modric 40. Messi mit seinen mittlerweile 38 wirkt da fast noch jugendlich, 2030 wird er nur ein Jahr älter sein als Ronaldo jetzt, da könnte er doch…

Wir fragen uns jetzt mit Blick auf die WM-Kader (auch den deutschen mit Manuel Neuer, 40), ob wir etwas Neues erleben. Ob sich der Longevity-Trend, den die Superreichen, die 120 oder 150 oder gleich unsterblich werden wollen, losgetreten haben, im Fußball abbildet (wo ja auch sehr vermögende Akteure zugange sind)? Oder kommt nur etwas wieder, was es schon mal gegeben hat? Wir erinnern uns, in den Büchern unserer Kindheit vom Engländer Sir Stanley Matthews gelesen zu haben, der mit 50 noch Profi war. Wir haben Fritz Walter im Kopf, der seine beiden WM-Turniere mit 34 und 38 Jahren absolvierte. Wir erlebten Italiens Torwart Dino Zoff als Weltmeister mit 40 und Lothar Matthäus als EM-Libero mit 40.

Es war einfach schon immer so: Wer kann, der kann.

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