„Nicht fertig“

von Redaktion

Bayern-Baskets vor dem Halbfinale

München – Am Mittwoch mussten die Basketballer des FC Bayern lange fernsehen, um Gewissheit zu bekommen. Die Baskets Bonn hatten sich erst mit der Schlusssirene durch das Viertelfinale gegen die Würzburg Baskets gezittert. Bayern-Leitwolf Andi Obst allerdings kümmerte das nicht weiter: „Du schaust eh vor allem auf dich selbst.“

Und die ersten Signale in diesen Playoffs waren für die Münchner ja auch vielversprechend. Vor allem in der Defensive hatten sich die Bayern in den Viertelfinals gegen Trier von Spiel zu Spiel gesteigert. Und es ist leicht zu erraten, dass man dort auch gleich in den ersten Halbfinals am Samstag (14.30 Uhr) und am Montag (20.30 Uhr) im SAP Garden anknüpfen will. Das hat auch mit der besonderen Bonner Qualität zu tun. Denn der Champions-League-Sieger von 2023 hat zwar überschaubare Wurfquoten, allerdings setzt auch kein Team so entschlossen nach.

Im Schnitt 15,5 zweite Wurfchancen haben sich die Rheinländer über die Saison hinweg erarbeitet. Das zu kontrollieren, ist vor allem Laufarbeit, wenn man Trainer Svetislav Pesic glaubt. Wenn es denn gelinge, einen Abschluss in den ersten acht Sekunden zu verhindern, so rechnet der 76-Jährige vor, „dann kommst du ins fünf gegen fünf und dann ist es leichter, einen offensiven Rebound zu verhindern.“

Der Rest könnte dann nicht zuletzt in den Händen von Wenyen Gabriel liegen. Der Bayern-Center aus dem Südsudan hat ein sehr spezielles Duell mit seinem Bonner Widerpart Kur Jonkuch vor sich. Der Rebound-Spezialist im Team von Trainer Marko Stankovic ist zwar offiziell Kanadier, hat aber wie Gabriel seine Wurzeln im Südsudan. Wie Gabriel hat er eine Flüchtlingsgeschichte hinter sich. „Es ist immer schön, jemanden aus dem Südsudan zu treffen“, sagte der Münchner, „ich freue mich darauf, mit ihm zu reden.“ Doch die Sympathie muss warten, Jonkuch zu kontrollieren dürfte für die Bayern eine der Schlüsselaufgaben sein.

Auch Obst will in den Halbfinals am besten von Beginn an ein Statement setzen. Dass man nach dem schnellen Viertelfinale zuletzt eine komplette Woche pausierte, stört ihn nicht. „Die Spannung hat deswegen nicht abgenommen“, sagte der Bayern-Guard, „wir sind noch nicht fertig und haben in dieser Saison noch Ziele vor Augen.“ Die Finalserie gegen den Sieger des Duells der alten Rivalen Alba Berlin und Baskets Bamberg ist da gewiss nur ein kleiner Teil.RP

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