Der junge „Rafa“: Rafael Jodar ist nach seinem Vater benannt. © Morissard/dpa
Rafael Jodar Camacho ist ein Sohn von Arroyo Culebro, einem abgelegenen Viertel von Leganés, einem Vorort südlich von Madrid. Vater Rafael senior war Sportlehrer an einer städtischen Oberstufe: Bis vor einiger Zeit korrigierte er abends noch die Hausaufgaben. Jetzt trainiert er seinen Sohn, der heute auf Alexander Zverev trifft.
Rafa, welche Träume hatten Sie als Kind?
Ich habe Fußball gespielt: Cristiano Ronaldo war in diesen Jahren unser Star. Eines Tages würde ich ihn gern kennenlernen. Ab 11 habe ich mich dann nur noch dem Tennis gewidmet. Mein Ziel ist, jedes Mal Freude zu empfinden, wenn ich einen Tennisplatz betrete.
In Madrid, gegen Jannik Sinner, waren Sie furchtlos. Woher kommt diese Haltung?
Ich war ein freies und glückliches Kind, dem die Eltern vor allem gute Manieren beigebracht haben. Erziehung und Demut sind die Werte, die mich leiten. Lieber ein por favor und ein gracias zu viel. Wenn ich Tennis spiele, ist es dann anders: Dort wird das Ziel, zu gewinnen. Aber nicht um jeden Preis.
Sie fühlen Sich auch auf schnellen Belägen wohl – ungewöhnlich für einen spanischen Tennisprofi.
Ich glaube, das ist das Erbe des Jahres an der University of Virginia, 2025, bevor ich im vergangenen Dezember Profi geworden bin. Das NCAA-Tennis wird nur auf Hardcourt gespielt, das hat mir geholfen, mir die Hörner abzustoßen, aber ich bin auf Sand groß geworden, wie Alcaraz und alle Spanier. Trotzdem muss mein Tennis auf allen Belägen besser werden.
Es ist schwer vorstellbar, dass sich den Jodars, Vater und Sohn, nicht bald ein Startrainer anschließt,vielleicht Juan Carlos Ferrero, den Carlos Alcaraz verlassen hat.
Ich bin mit Papa groß geworden, ich verdanke ihm alles. Er hat nicht aufgehört, Lehrer zu sein: Er ist mein persönlicher Lehrer geworden. Ich sehe keinen Grund, den Coach jetzt zu wechseln.
Gibt es unter den großen Ex-Spielern des spanischen Tennis jemanden, der euch berät?
David Ferrer ist Spaniens Davis-Cup-Kapitän. Dank ihm konnte ich 2024 als Sparringpartner zum Team stoßen und mit Alcaraz trainieren, den ich heute als Freund betrachte.