Ois Chicago!

von Redaktion

WM-Euphorie beim DFB: Finnland-Sieg, Fan-Party und Abflug in die USA

Hebt wieder ab: Jamal Musiala belohnte seine Leistung gegen Finnland mit einem Treffer. © Weller/DPA

Ab in die Menge: Bundestrainer Julian Nagelsmann verteilte kleine Fußbälle. © Koch/Imago

Autogramme für die Fans: Der DFB veranstaltete vor der Abreise ein öffentliches Training. © Feil/Imago

Frankfurt – Der amerikanische Traum beginnt: Am heutigen Dienstag hebt der DFB-Tross von Frankfurt nach Chicago ab und startet in die heiße Phase der WM-Vorbereitung. An Bord des Lufthansa-Airbus A350 hat die Nationalmannschaft dabei nicht nur alle Spieler außer Kai Havertz (der Arsenal-Stürmer reist direkt aus London ab und stößt in den USA dazu), sondern nach dem Sieg im vorletzten WM-Test gegen Finnland (4:0) endlich auch echte WM-Euphorie. Ois Chicago! – würde der Charly, die Hauptfigur aus der TV-Serie Münchner Geschichten, sagen.

Dass der DFB diese Reise mit einem guten Gefühl antritt, liegt neben allen sportlichen Aspekten nach dem 4:0 gegen Finnland aber auch am positiven Abschied durch die Fans. Am Montag veranstaltete der DFB ein öffentliches Training am Campus, bei dem die rund 800 Zuschauer mit Bratwürsten, Bier und Softdrinks versorgt wurden. Die deutsche Mannschaft übernahm die Kosten für das Catering, die Idee entstand im Mannschaftsrat. „Wir wollten ein bisschen was zurückgeben“, erklärte Kapitän Joshua Kimmich die Aktion, die als Reaktion auf die hohen Kosten für Zuschauer bei der WM geplant wurde.

Aktuell ist das Selbstbewusstsein der Elf von Julian Nagelsmann merkbar angestiegen. Zwar gehören die Finnen nicht gerade zur Spitze des internationalen Fußballs – die Art und Weise, wie Deutschland den Underdog und dessen tief stehende Abwehr bespielte, machte dennoch Lust auf mehr. Immer wieder gelang es der DFB-Elf, hinter die gegnerische Abwehrkette zu kommen und von dort ins Zentrum zu flanken.

Zudem sorgten auch die frühen Ballgewinne für Gefahr – eine dominante, aber riskante Spielweise, die man weiter verfeinern will. „Wir wollten unser hohes Pressing so oft wie möglich umsetzen“, erklärte Kimmich. „Wir haben ein Tor nach einem Konter erzielt und eines nach einer Standardsituation.“

Auch Julian Nagelsmann zog ein positives Fazit: „Wir müssen auf unsere eigenen Stärken vertrauen. Wir haben so viele gute Fußballer!“ Ähnlich selbstbewusst formulierte es – natürlich – auch Deniz Undav. Der Publikumsliebling zeigte eine bärenstarke Leistung (siehe Seite 28) und präsentierte sich auch am Mikrofon schnörkellos und direkt. Auf die Frage, was eine erfolgreiche WM für ihn bedeuten würde, antwortete er: „Wenn wir das Ding gewinnen. Dann wäre es ein Erfolg!“

Bis dahin ist es freilich noch ein langer Weg, die Nationalmannschaft gastiert nun zunächst bis zum Wochenende in Chicago und absolviert dort am Samstagabend (20.30 Uhr, RTL) ihren letzten Test vor der Weltmeisterschaft. Von dort geht es ins Basecamp nach Winston-Salem in North Carolina.VINZENT TSCHIRPKE, MANUEL BONKE

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