ZUM TAGE

Beendet diese unselige Zweckehe!

von Redaktion

Ismaik-Löwen: Nächster Absturz

Löwen-Taschentücher, saugstark und reißfest – für besonders dicke Tränen. Wenn morgen am Flughafen München der große Fanshop eröffnet wird, sollten sie ganz vorne im Regal liegen. Die Fanartikel-GmbH gehört allein Hasan Ismaik – und ausgerechnet er trägt großen Anteil daran, dass sein Verein erneut in die Regionalliga abstürzt. Seit 15 Jahren ist Ismaik mit 1860 verbandelt. In diese trostlose Zeit fallen nun bereits zwei Zwangsabstiege. Es ist nur noch zum Heulen. Vor allem, weil sich viele treue Löwen-Fans fragen: Musste dieser Absturz sein?

Auslöser der Katastrophe war Ismaiks Kündigung eines Millionen-Darlehens. Politischer Druck über die Geldschiene, ein Klassiker. Die Uhr tickte seit dem 21. Mai, am Mittwoch um 17 Uhr lief die DFB-Frist für die Lizenz ab – ohne den geforderten Finanznachweis. Bis tief in die Nacht verhandelten die Anwälte. Vergeblich. Herbert Bergmaier, Vorsitzender des Aufsichtsrats, fasste das Drama zusammen: „Am Schluss lagen zwei Verträge vor: Der eine war für den e.V. akzeptabel, der andere für die HAM (Ismaiks Firma).“ Beide angeblich für die KGaA, die jedoch ohne Einfluss bleibt, wenn sich ihre Gesellschafter blockieren.

Genau darin liegt das Problem. Seit 2011 ringen beide Seiten um die Macht. In diesem Frühjahr prallten erneut unvereinbare Positionen aufeinander. Auf gut Bairisch: Sturschädel hier wie dort. Verlierer ist die KGaA – und mit ihr der Profifußball. Spielerverträge wertlos, Hauptsponsor weg, das Image ramponiert, die Fans frustriert. Selbst die Finanzierung der Regionalliga ist unklar. Präsident Gernot Mang spricht von einer „Chance für den Verein“. Aber: 2017 lässt sich nicht wiederholen: Damals trug die Heimkehr nach Giesing und ein fertiges Team unter Daniel Bierofka den Neustart. Diesmal fehlt beides – Euphorie und Substanz.

Der Ausweg? Das Präsidium gab am Donnerstagabend bekannt, den Kooperationsvertrag mit dem Investor gekündigt zu haben. Schwer vorstellbar, dass Ismaik eine Entwicklung zulässt, an deren Ende seine Anteile wertlos wären. In einem Facebook-Post fordert er eine „klare Vision“. Die gibt es längst. Fans singen sie seit Jahren: „Ohne Hasan!“

Natürlich trägt Ismaik nicht die alleinige Schuld. Aber: Diese Zweckehe ist am Ende. Der Verein scheint entschlossen dazu – damit nicht noch mehr Tränen fließen.

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