Bundestrainer gesucht

von Redaktion

Eishockey: Trennung von Harold Kreis

Abgang: Harold Kreis. © Sebastian Gollnow/dpa

München – Das Kuriose ist: Die letzten drei Spiele hat Harold Kreis gewonnen – dennoch ist er nicht mehr Eishockey-Bundestrainer. Fünf Tage nach dem Ende der Weltmeisterschaft kamen der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) und Kreis (67) überein, den Vertrag, der noch bis zur Heim-WM 2027 (in Mannheim, Düsseldorf, auf Schalke) gelaufen wäre, aufzulösen. Trotz der drei Siege (gegen Ungarn, Österreich und Großbritannien) war das WM-Viertelfinale verpasst worden, wie schon 2025 in Dänemark. Und auch das mau verlaufene Olympia-Turnier war in die Bewertung eingeflossen: Drei Niederlagen in fünf Spielen, Kritik am Coaching von NHL-Superstar Leon Draisaitl, DEL-Spieler, die wegen ihrer Nichtnominierung oder zu wenig Eiszeit für die WM absagten – 2026 war ein verheerendes Jahr.

Beendet ist nun eine Zeit, die wunderbar begonnen hatte: Nachdem er von Toni Söderholm übernommen hatte, führte Harold Kreis die Nationalmannschaft 2023 zu WM-Silber; auch im Jahr darauf war das Abschneiden gut (im Viertelfinale knapp gescheitert). Der grundfreundliche Kreis kam bei allen an, der Verband sah in ihm die ideale Besetzung: Hohe Identifikation, da selbst lange Nationalspieler gewesen, kompetent und nicht darauf aus, bei einem Vereinsangebot zu gehen. Doch dann unterliefen Kreis immer mehr Fehler, Strömungen im Team nahm er nicht wahr.

Wie geht es weiter? Als Kronprinz galt Alex Sulzer, Kreis‘ Assistent und Trainer des DEL-Clubs Bremerhaven. Doch in seinem Zuständigkeitsbereich (Verteidiger, Unterzahlspiel) hat der 42-Jährige sich nicht empfohlen. Patrick Fischer? Der Architekt des Schweizer Eishockey-Aufschwungs, kurz vor der WM entlassen, wäre frei, aber mit seiner Vorgeschichte (gefälschtes Impf-Zeugnis) schwer zu vermitteln – und teuer (Jahressalär in der Schweiz 1,6 Millionen Franken).

Die Entscheidung zu Kreis traf der DEB-Aufsichtsrat unter dem ehemaligen Präsidenten Peter Merten, auch die DEL ist in dem Gremium vertreten. Auf der Kippe steht Sportvorstand Christian Künast, der die Trennung von Kreis noch verkünden durfte.GÜNTER KLEIN

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