„Da hilft nur noch Galgenhumor“

von Redaktion

Sechzgerfans sind leidgeprüft. Doch was die Blauen in diesen Tagen erleben, ist auch für 1860-Verhältnisse extrem. Wir haben bei Florian Tomaschko (35), Vorstand des Löwenfanclubs Obing-Kienberg-Waldhausen, nachgefragt.

Herr Tomaschko, wie geht es Ihnen?

Eine Mischung aus Ungläubigkeit und Wut. Es ist alles surreal. Ich dachte nicht, dass es so weit kommt. Da hilft manchmal nur noch Galgenhumor.

Wie haben die Fanclubmitglieder die Nachricht des Zwangsabstiegs aufgenommen?

Unterschiedlich. Um die 90 Prozent der Leute haben gesagt, dass sie die Dauerkarte behalten wollen, die anderen zehn geben sie zurück. Als Fanclub ist das natürlich eine große Sache. Und wenn es in die Insolvenz gehen sollte, könnte es richtig übel werden für uns.

Inwiefern?

Die Dauerkarten sind bezahlt. Wenn die KGaA insolvent geht, ist das komplette Geld vermutlich weg. Das wäre vermutlich das Aus für unseren Fanclub. Denn dann würden sich vermutlich nicht mehr viele die Dauerkarte erneut kaufen und wir könnten diese Busfahrten nicht mehr stemmen. Dann ergeht es uns wie anderen Fanclubs aus der Region, für die es sich nur noch lohnt, zu jedem dritten Heimspiel zu fahren. Dabei ist Sechzig fast unser Leben! Die meisten von uns sind seit Geburt an Löwenfans. Da kommt der Verein an zweiter Stelle – knapp nach der Familie natürlich (lacht).

Was macht denn Hoffnung in diesen bitteren Zeiten?

Dass man eine junge Mannschaft ins Rennen schickt mit ein paar erfahrenen Spielern wie Volland, Niederlechner oder Verlaat. Eine ähnliche Saison wie 2017 wäre traumhaft, auch wenn es schwer vorstellbar ist.

INTERVIEW: MARCO BLANCO UCLES

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