Bonn – Von den Mühen der Rivalen bekamen die Basketballer des FC Bayern gar nicht viel mit. Die Münchner waren auf der Heimreise aus dem Rheinland, als Alba Berlin in der hitzigen Bamberger „Frankenhölle“ zerschellte. Am Samstag (18.30 Uhr) wird man gemütlich zuschauen, wie sich die beiden letzten verbliebenen Titelrivalen ein weiteres Mal in Nordbayern duellieren. Spätestens am Dienstag (18.30 Uhr) wird feststehen, wer sich daran versuchen darf, den Bayern die achte Meisterschaft zu vermasseln.
Bei flüchtiger Betrachtung sind es ja Tage für Basketball-Romantiker: Bamberg, Berlin und eben die Bayern sind unter sich. Genau die drei großen „B“, die in den 2010er-Jahren die Bundesliga beherrschten. Doch seither haben sich die Gewichte verschoben. Die Albatrosse aus der Hauptstadt stecken im Neuaufbau, die Altmeister aus Bamberg erleben unter Trainer-Aufsteiger Anton Gavel ein noch schwer zu bewertendes Zwischenhoch. Und dann sind da die Bayern, die trotz so mancher Enttäuschung in dieser Spielzeit der nationalen Konkurrenz entwachsen sind.
Wie sehr, das haben die beiden bisherigen Serien gezeigt. Trier wurde im Viertelfinale fast schon beiläufig abgefrühstückt. Wenn für die Bayern etwas tückisch war, dann die Pause vor dem jeweiligen Serienstart. „Es ist nicht ganz einfach, im Rhythmus zu bleiben“, hatte Isiaha Mike das genannt. Vor allem Bonn verpasste in Spiel eins seine Chance gegen Münchner im Sommermodus. Danach gab es zwar viel Lob von Svetislav Pesic („Bonn ist nicht einfach zu spielen, sie sind ein sehr gut organisiertes Team“), doch Spiel zwei und drei offenbarten einen Klassenunterschied. Dass Bonn auf seinen verletzten Top-Regisseur Grayson Murphy verzichten musste, tat natürlich sein Übriges.
Unterdessen deutet sich auch schon die erste hochkarätige Personalie für die kommende Saison der Münchner an. Wie aus sogenannten gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen ist, sind sich die Bayern mit Welt- und Europameister Johannes Thiemann einig. Der 32-Jährige Forward war zuletzt zwei Jahre für die Gunmo Crane Thunders in der japanischen Liga aktiv – jetzt zieht es ihn zurück in die Heimat.RP