Der König von Monaco

von Redaktion

19-jähriger Antonelli schreibt Formel-1-Geschichte – Verstappen scheidet direkt aus

Überflieger: Kimi Antonelli. © Shbair/dpa

Monte Carlo – Nachdem Kimi Antonelli nervenstark ein weiteres Kapitel Formel-1-Geschichte geschrieben hatte, tätschelte er liebevoll seinen Mercedes und konnte sich vor Gratulanten kaum retten. Nicht einmal ein Loch in den Straßen von Monaco und eine lange Unterbrechung konnten den Überflieger stoppen. Im Alter von 19 Jahren und 286 Tagen ist Antonelli der jüngste Sieger des prestigeträchtigen Rennens im Fürstentum, mit dem fünften Triumph nacheinander baute er zudem seine Führung in der WM aus.

Auch ein Loch stoppt Antonelli nicht

„Das war ein unglaubliches Wochenende, es ist noch eine lange Saison, wir müssen weiter pushen und so eine Leistung bringen wie hier. Das Team hat eine tolle Arbeit geleistet“, sagte der in eine Italien-Flagge gehüllte Antonelli: „Wir hatten so eine unglaubliche Pace. Es ist ein toller Moment.“

Zweiter wurde Rekordweltmeister Lewis Hamilton, der zwar weiter auf seinen ersten Sieg für Ferrari warten muss, aber nun in der WM der erste Verfolger von Antonelli ist. Doch nach sechs von 22 Rennen hat er bereits 66 Punkte Rückstand auf den Mercedes-Piloten, der in dieser frühen Phase der Saison in seiner eigenen Liga fährt.

„Ich muss Kimi und Mercedes gratulieren. Meine alte Familie, sie hat es wieder hinbekommen“, sagte Hamilton: „Kimi hat eine unglaubliche Leistung hingelegt, das ganze Wochenende schon. Wir haben uns in den letzten Monaten kontinuierlich verbessert, aber es wird noch harte Arbeit, auf ihre Stufe zu kommen.“

Das große Spektakel blieb lange aus – in der Schlussphase ging es mit zwei Safety-Car-Phasen aber hoch her. So schied Lokalmatador Charles Leclerc kurz vor dem Ende auf Platz drei liegend aus, der Ferrari-Pilot fluchte und schimpfte im Boxenfunk. Das Rennen wurde dann mit Roter Flagge unterbrochen, weil die Strecke hinter der Rascasse-Kurve aufgebrochen war. Mit einer Kehrmaschine und Besen versuchten die Marshalls, den porösen Asphalt zu entfernen. Die Fahrer warteten derweil schier endlos lange in der Boxengasse.

Beim dann folgenden stehenden Start blieb Antonelli eiskalt – und er demütigte seinen Teamkollegen George Russell, als er den Engländer gar überrundete. Russell verpasste die Punkte. Nico Hülkenberg zeigte ein ordentliches Rennen – fiel aber am Ende wegen einer Strafe doch noch aus den Top 10 und muss weiter auf seine ersten Punkte für Audi warten.

Nicht nach Wunsch verlief das Jubiläums-Rennen von McLaren: Im 1000. Grand Prix des Teams schied Weltmeister Lando Norris (England) in der 46. von 78 Runden wegen technischer Probleme aus. Der Australier Oscar Piastri fuhr in die Punkte und durfte nach Zieleinfahrt wegen ausstehender Strafen zunächst noch auf einen Podiumsplatz hoffen.

Antonelli profitierte vom frühen Aus von Max Verstappen. Der von Platz zwei gestartete Ex-Weltmeister kam wegen technischer Probleme überhaupt nicht vom Fleck und stand den Verfolgern somit im Weg.SID

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