Deutsche Fans beim USA-Testspiel in Chicago. © Gambarini/dpa
Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko wird das größte Turnier aller Zeiten. Noch nie gab es so viele Teilnehmerländer, so viele Mannschaften – und so hohe Kosten: Durch das „dynamische“ Ticketing der FIFA erhöhten sich Ticketpreise, sobald die Nachfrage hoch war. Dieses Vorgehen der FIFA rief sogar Kritik von US-Präsident Donald Trump hervor, der zuletzt verkündete, die teils geforderten 1000 Euro für eine Eintrittskarte niemals zahlen zu wollen und auch Fans davon abrät.
Doch neben diesen dreisten, aber legalen Maschen herrscht rund um die WM auch die Gefahr von Betrug. Die tausenden deutschen Fans, die sich auf den Weg in die USA machen, um beim WM-Auftakt am Sonntag gegen Curacao in Houston dabei zu sein, müssen daher aufpassen. Experten warnen vor gefälschten Tickets, Schein-Hotels oder Datenmissbrauch. Doch wie kann man sich vor diesen Maschen schützen?
Maximilian von Criegern, CEO des Unternehmens „Feedzai“, das mit einer Software Betrug im Zahlungsverkehr bekämpft, erklärt gegenüber unserer Zeitung: „Unser wichtigster Rat an Verbraucher ist simpel: Niemals unter Druck handeln. Banken, Polizei oder Reiseanbieter werden Sie niemals auffordern, Geld auf ein sogenanntes „sicheres Konto“ zu überweisen oder sensible Daten am Telefon preiszugeben. Wenn Zweifel bestehen, sollte man das Gespräch sofort beenden und selbst über die offizielle Nummer zurückrufen“, so der Experte. „Die Betrugsmaschen rund um große Sportevents wirken extrem professionell. Gefälschte Ticketshops, Hotelportale oder Reisebestätigungen sehen oft täuschend echt aus“, erklärt von Criegern. „Teilweise werden dafür inzwischen sogar KI-generierte Inhalte und gefälschte Kundenservices eingesetzt. Genau deshalb kann inzwischen praktisch jeder auf solche Betrugsversuche hereinfallen.“
Was rät er der Gesellschaft also, um allgemein auf Nummer sicher zu gehen? „Verbraucher sollten besonders vorsichtig sein bei Last-Minute-Angeboten, ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen oder QR-Codes auf Rechnungen und Paketen. Im Zweifel gilt immer: lieber kurz stoppen und überprüfen als zu schnell handeln.“
Heißt: Bei dubiosen Angeboten lohnt es sich, der Verlockung eines spontanen Ticketkaufs zu widerstehen – auch wenn es am Ende bedeutet, ein Spiel zu verpassen…VINZENT TSCHIRPKE