Mitfiebern, ja – aber muss wetten sein?! © Söder/dpa
Hamburg – Fußballfans überschätzen bei Sportwetten häufig den eigenen Wissensvorsprung. Darauf hat das Sozialprojekt „Sucht.Hamburg“ am Montag vor Beginn der WM hingewiesen. „Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass es sich bei einer Fußballwette um ein Glücksspiel handelt“, erläuterte Geschäftsführerin Christiane Lieb. „Sie haben das Gefühl, sie könnten durch ihr Fachwissen oder Analysen bessere Vorhersagen treffen als andere.“ Dabei wiesen Fachleute schon seit Längerem darauf hin, dass der Einfluss durch „Vorwissen“ massiv überschätzt werde. „Denn auch bei Sportwetten regiert der Zufall.“
Fans könnten zurzeit Werbung für Fußballwetten kaum aus dem Weg gehen, kritisierte „Sucht.Hamburg“. Die intensive Werbung für Sportwetten trage dazu bei, dass Glücksspiel zunehmend als normaler Bestandteil von Fußball und Freizeitkultur wahrgenommen werde. Dabei gerieten die Risiken leicht aus dem Blick. In Deutschland lebten hochgerechnet rund 1,2 Millionen Menschen mit einer Glücksspiel-Störung. Dabei seien Männer häufiger betroffen als Frauen.