Müller macht DFB-Stars Druck

von Redaktion

Ex-Nationalspieler sieht „keine Stolpersteine“ in der Gruppenphase

Trotz Reisestress als TV-Experte die Ruhe selbst: Thomas Müller. © Hörhager/dpa

München – Der Zeitplan von Thomas Müller als TV-Experte ist ähnlich straff getaktet wie als Profifußballer: Am Montagmorgen stellte der 38-Jährige in seiner neuen Funktion als Markenbotschafter in München das Nahrungsergänzungsmittel „Superum“ vor, am Nachmittag saß er bereits im Flieger über den großen Teich. Im legendären Aztekenstadion in Mexiko City findet am Donnerstag das WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika statt und Müller ist in seiner neuen Rolle für MagentaTV vor Ort.

Die Bayern-Legende kann sich also warmlaufen, ehe er das erste Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curacao am Sonntag analysiert – und macht im Vorfeld schon mal Druck: „Ich sehe keine Stolpersteine in der Gruppenphase.“ Markige Worte, immerhin hat Müller zu aktiven DFB-Zeiten sowohl beim Vorrundenaus 2018 in Russland als auch 2022 in Katar am eigenen Leib miterlebt, wie schnell ein WM-Turnier unerwartet vorbei sein kann.

„Wir spielen gegen Curacao als Start. Das klingt leicht und wir sollten auch den Anspruch haben, da zu gewinnen. Für mich hat die Vorrunde bei diesem Turnier auch eher den Charakter, gut ins Turnier hineinzufinden!“ Was Müller meint: Curacao, Ecuador und die Elfenbeinküste sind dankbare Gegner, um Schritt für Schritt in Turnierform zu gelangen. Die klare Ansage des Rio-Weltmeisters: „Wir müssen weiterkommen!“

Müller sieht übrigens Parallelen zwischen der Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann und dem Team von Joachim Löw aus dem Jahr 2010. Die aktuelle DFB-Elf sei nicht super gereift, „sondern der Weg beginnt eigentlich erst. Es schreit für mich nicht schon nach: Oh ja, Finale ist gebucht.“ Zur Erinnerung: In Südafrika erreichte man das Halbfinale.

Müller erklärt: „Die letzten Wochen, Monate, Jahre waren eher eine Findungsphase.“ Von einer titelreifen Mannschaft wie beim WM-Triumph 2014 ist die aktuelle Truppe in Müllers Augen allerdings noch entfernt: „Wir hatten vom Gefühl her die Spieler, die Achse, die waren alle so ein bisschen mehr an ihrem Höhepunkt dran.“ Immerhin: Nach Ansicht des Parade-Bayers hätten sich die Erfolgsaussichten nach dem Ausfall von Lennart Karl „nicht großartig geändert“.

Spielerisch ist der Ausfall des 18-Jährigen für Bundestrainer Nagelsmann trotzdem ein herber Verlust: „Man hat gespürt, er ist dran, er darf vielleicht sogar starten, er ist quirlig, er bringt was in dieses Spiel, was wir gut gebrauchen können. Aber wir haben auch sehr, sehr viele andere gute Spieler.“ Und die wird der TV-Experte Thomas Müller bald ganz genau unter die Lupe nehmen. Reisestress in Amerika hin oder her.MANUEL BONKE

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