„Qualität allein reicht nicht für Titel!“

von Redaktion

Gerald Asamoah. © Von Jutrczenka/dpa

Auf den Teamgeist kommt es an. © Charisius/dpa

Kann die DFB-Elf bei der WM für Euphorie sorgen? Vor dem Auftakt gegen Curaçao (So., 19 Uhr) verrät Sommermärchen-Held Gerald Asamoah, warum Titel nicht nur mit den besten Spielern gewonnen werden.

Herr Asamoah, für die Doku zum Sommermärchen 2006 haben Sie sich kürzlich mit Ihren ehemaligen Teamkollegen getroffen. Wie war das Wiedersehen?

Schön. Da kamen viele Erinnerungen hoch.

Torsten Frings hat den Teamgeist der Mannschaft als „außergewöhnlich“ bezeichnet. Was hat den Zusammenhalt so besonders gemacht?

Das hatte viel mit Jürgen Klinsmann zu tun. Er hatte eine Vision und hat es geschafft, uns zu überzeugen, dass wir Großes erreichen können. Dazu kam, dass die Mannschaft sehr bewusst zusammengestellt wurde. Jeder hatte das Gefühl, wichtig zu sein.

Auch Julian Nagelsmann setzt 20 Jahre später auf die „Passung“ innerhalb des Kaders. Wie wichtig ist die Atmosphäre in der Kabine für den Erfolg?

Enorm wichtig. Qualität allein reicht nicht. Wenn die Chemie nicht stimmt, bekommst du Probleme. Ein Trainer muss deshalb genau überlegen, welche Charaktere er mitnimmt.

Woran erkennt man einen guten Teamgeist?

An den Spielern, die nicht spielen. Wenn Ersatzspieler die Mannschaft antreiben, mitfiebern und zum Erfolg beitragen wollen, dann merkst du, dass etwas entsteht. So war es bei uns 2006. Grundsätzlich brauchst du Spieler, die Energie geben und die Mannschaft mitziehen.

Ist Deniz Undav ein solcher Typ?

Ja, absolut. Jeder weiß, welche Qualitäten er als Fußballer hat. Aber er bringt auch menschlich etwas mit.

Der Kern der DFB-Elf um Kimmich, Goretzka und Sané kennt sich seit Jahren. Ein Vorteil?

Ja. Es sind Freundschaften entstanden. Jeder weiß, wie der andere tickt. Das kann einer Mannschaft helfen. Wichtig ist nur, dass daraus keine Grüppchen entstehen. Die erfahrenen Spieler müssen die anderen mitnehmen und die Mannschaft führen.

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