Völlers Ziehsohn: Kai Havertz. © Smith/Imago
Ein Trip für die Seele: Völler zieht´s ins Aztekenstadion. © Gambarini/dpa
Winston-Salem – Mitten in der Vorbereitung aufs erste WM-Match: Rudi Völler, der Sportdirektor, ruhende Pol, Botschafter der guten Laune, die Vater- bis Großvaterfigur, verabschiedete sich von der deutschen Mannschaft. Am Dienstag gab er noch eine Pressekonferenz in Winston-Salem („Das Medienzentrum hier – schon groß, schon toll“), dann eilte er zum Flughafen. Ziel: Mexiko-City. Er ist eingeladen zum Eröffnungsspiel, er fährt gerne hier, „weil das Aztekenstadion für mich das schönste der Welt ist“ – und der DFB in Mexiko eine spezielle Geschichte hat, seitdem die Nationalmannschaft 1986 ein Waisenhaus im Land besuchte. Der damalige Präsident Egidius Braun gründete eine Stiftung, auch Spieler wie Völler zahlten ein – „und nun besuchen wir zwei Einrichtungen und überreichen wieder Schecks“.
Ins Aztekenstadion würde Völler DFB-dienstlich noch einmal müssen/dürfen, falls man sich als Gruppendritter für das Sechzehntelfinale qualifiziert. Aber das entspricht nicht dem Wunschszenario. „Wir wollen Gruppenerster werden“, sagt er. Und hatte das Gefühl, dass das Haus dafür bestellt ist und er sich die Abwesenheit leisten kann. „Die Mannschaft ist gut eingestellt, das ist die Basis von allem. Ich bin total optimistisch, dass wir mit einer Topleistung in die WM gehen werden.“ Völlers Kernaussagen:
„Alle brennen“: Er sagt das öfter – und das passt ja auch zu den Temperaturen in North Carolina. Sie erfordern es, dass der Rasen im Trainingsstadion massiv bewässert werden muss („Aber das kann auch bei den Spielen so sein, dass es hart und trocken ist“). Vor allem bezieht sich das Brennen auf die Spieler, die Generation Kimmich/Goretzka/Rüdiger, die seit zehn Jahren dabei ist, aber noch keinen WM- oder EM-Titel gewonnen hat.
„Erleichtert, dass Havertz ausgewechselt wurde“: Der Ex-Leverkusener Kai Havertz ist für den Ex-Leverkusener Rudi Völler („Habe ihn als 12-Jährigen geholt“) ein „Führungsspieler“. Völler verrät: „Wir haben ihm in seinem Champions-League-Finale (mit dem FC Arsenal, d. Red.) die Daumen gedrückt, waren aber froh, dass er in der Verlängerung nicht mehr dabei war. Wir hatten Angst, dass er sich wieder verletzen könnte.“ Ein weiter Blick voraus: „Kai ist ein sehr guter Elfmeterschütze…“
„Fast schon der alte Jamal“: Völler meldet, dass derzeit „alle Spieler fit sind“. Foirtschritte sieht er vor allem bei Jamal Musiala. „Er hat lange gebraucht, um 90 Minuten zu spielen. Aber ich sehe kein Problem. Er ist ganz nahe dran.“GÜNTER KLEIN