Das ist alles neu bei der WM

von Redaktion

Countdown beim Einwurf, Zwangspausen bei Blessuren und vieles mehr

Pro Partie gibt es wetterunabhängig zwei Trinkpausen (li.), der VAR (re.) erhält bei Ecken und Gelben Karten Befugnisse. © Llano/dpa, Hoppe/dpa

Für Einwürfe hat Kimmich nur noch fünf Sekunden Zeit. © Charisius/dpa

Für Wechsel, so wie hier von Sané (li.) für Karl (Mi.), sind zehn Sekunden anberaumt. © Gambarini/dpa

New York City – Die FIFA setzt bei ihrer XXL-WM in den USA, Mexiko und Kanada auf ein überarbeitetes Regelwerk mit Strafen gegen Unsportlichkeit, klaren Zeitvorgaben zur Vermeidung von Spielverzögerungen und erweiterten VAR-Kompetenzen. Ein Überblick:

Rote Karte für Hand vor dem Mund: Nach dem Eklat in der Champions League, als Benfica-Profi Gianluca Prestianni in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinicius Junior seinen Mund verdeckte und dadurch im Verdacht stand, rassistische Äußerungen getätigt zu haben, zieht die FIFA Konsequenzen. Bei der WM kann das Verdecken des Mundes in Konfrontationen mit der Roten Karte bestraft werden.

Platzverweis für Verlassen des Spielfelds: Auch auf die Geschehnisse im Finale des Afrika-Cups zwischen Senegal und Marokko, als sich die senegalesische Mannschaft in die Katakomben zurückzog, reagiert die FIFA: Spieler, die den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen, riskieren die Rote Karte. Dies gilt auch für Offizielle, die Spieler zu diesem Schritt auffordern. Verursacht ein Team einen Spielabbruch, wird die Partie grundsätzlich für den Gegner gewertet.

Gelbe Karten werden zweimal gestrichen: Mit dem erweiterten Turnierformat (48 Teams, zusätzliche K.o.-Runde) passt die FIFA die Sperrenregelung an. Gelbe Karten verfallen künftig sowohl nach der Gruppenphase als auch nach dem Viertelfinale – nicht nur wie bisher ausschließlich nach dem Viertelfinale. Ziel ist es, die Gefahr von Sperren für Schlüsselspiele zu reduzieren.

Countdown vor Standards: Nachdem im vergangenen Jahr bereits ein Countdown eingeführt wurde, um zu verhindern, dass Torhüter den Ball zu lange in der Hand halten und somit das Spiel verzögern, wird dieser nun zusätzlich bei Einwürfen oder Abstößen eingesetzt: Der Schiedsrichter zählt dabei per Hand fünf Sekunden herunter. Wird das Spiel bis zum Ablauf des Countdowns nicht fortgesetzt, geht der Ballbesitz an das gegnerische Team.

Pause nach Verletzungsunterbrechung: Wird ein Spieler wegen einer Verletzung auf dem Platz behandelt und das Spiel für mehr als 15 Sekunden unterbrochen, muss er das Feld verlassen und eine Minute warten, bevor er zurückdarf. Ausnahme: Die Behandlung erfolgt nach einem Foul, für das eine Gelbe oder Rote Karte gezeigt wurde.

Zehn Sekunden Zeit bei Auswechslungen: Nach Anzeige eines Wechsels durch den Vierten Offiziellen hat der ausgewechselte Spieler zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Gelingt ihm das nicht, muss der eingewechselte Spieler bis zur nächsten Spielunterbrechung mindestens eine Minute warten, bevor er das Spielfeld betreten darf. Der ausgewechselte Spieler muss das Spielfeld aber in jedem Fall verlassen.

Videoassistenten dürfen Ecken überprüfen: Der Videobeweis erhält erweiterte Befugnisse: unkorrekt gegebene Ecken (die Prüfung erfolgt sofort und ohne Verzögerung), eine zweite Gelbe Karte, die zu Gelb-Rot führt, sowie eine Spielerverwechslung bei Platzverweisen oder Verwarnungen.

Trinkpausen: Künftig gibt es zwei wetterunabhängige Trinkpausen. Nach ungefähr 22 und 67 Minuten wird das Spiel jeweils für drei Minuten unterbrochen. Dies soll laut FIFA für „gleiche Bedingungen“ sorgen, die Pausen bedeuten aber auch Werbezeit für die übertragenden Sender und spülen damit Geld in die Kassen des Weltverbands.

Hymnen-Zeremonie: Alle 26 Spieler pro Mannschaft sollen sich für die Nationalhymnen um den Mittelkreis versammeln. Zudem soll die Zeremonie laut FIFA im Verlauf des Turniers „um zusätzliche Elemente wie farbigen Rauch oder Pyrotechnik erweitert“ werden.

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