Die Immigration, die Einreise in die USA, habe ich problemlos hinter mich gebracht. Aber ich war angemessen vorsichtig, habe nicht durch die Wahl der Kleidung provoziert.
Hätte ich durchaus tun können, denn einige Tage vor der Abreise wurde ich von einem alten Freund ausgestattet: Bernd Haake, mit 80 der wohl älteste aktive Eishockey-Trainer der Welt. Er hatte in der abgelaufenen Saison einen Job als Nationaltrainer in Mexiko angetreten: Frauen und U20. Als er nun zurück nach Deutschland kam, brachte er mit: ein mexikanisches Fußball-WM-Trikot und ein Shirt mit WM-2026-in-drei-Ländern-Emblem, sehr geschmackvoll.
Allerdings habe ich mich nicht getraut, eines der beiden Teile für die Anreise anzuziehen: Als Quasi-Mexikaner die Einreise erbitten – heikel. Dürfte jeden loyalen US-Grenzbeamten anspornen, in den Lebenslauf des Einlassbegehrenden einzutauchen und nach verfänglichen Social-Media-Äußerungen zu suchen. Und das WM-Shirt: Hätte nach Schleimerei ausgesehen. Und wer sich so offensichtlich anbiedert, hat der nicht etwas zu verbergen?
Diese beiden Shirts habe ich zu Hause gelassen, obwohl es natürlich cool gewesen wäre, hätten sie diese Reise gemacht: Mexiko – Deutschland – USA (und eventuell noch einmal Mexiko, falls Deutschland Gruppendritter wird).
Ein von Bernd Haake geliefertes Shirt ist bei der Fußball-WM allerdings dabei: „Milano Cortina 2026“ steht drauf, denn Eishockeyfreak Haake war im Februar auch kurz bei Olympia – als Betreuer des finnischen Teams.
Und mit Olympia-Trophäe zum Fußball-Großereignis – mehr geht nicht.